Gott verzeihe es mir und alle seine Heiligen, daß ich dem Scheusal nicht in seine Lästerfratze spie, sondern bloß, aber unerschrocken, sagte: Das lügt Ihr!
Da sah er mich groß an und ergriff den Zipfel des Vorhanges und sprach: »Knie nieder!«
Ich glaubte nicht anders, als er wollte mich heißen, den Teufel anbeten und weigerte mich des.
»Knie!« knurrte er und griff nach dem Dolche.
»Die Sünde kommt auf Euch,« stöhnte ich und ließ mich auf die Knie nieder, Gottes Hilfe herbeirufend durch fleißiges Kreuzschlagen.
Als ich die Ringe des Vorhanges kreischen hörte, senkte ich den Kopf und schloß die Augen feste, ja nichts zu sehen. Und war des Bestimmtesten entschlossen, nicht freiwillig Kopf und Blick zu erheben.
Mir ist, als hätte ich lange so auf den Knien gelegen, die Augen also feste zugedrückt, daß vor den geschlossenen goldene Sterne und Scheiben tanzten. Auch rann mir Schweiß von der Stirne über die Lider, und es war, als wollte er mir die aufbeizen, da er in die Augen drang mit seiner Schärfe.
Dies weiß ich jetzt. Da ich aber voller Ängste lag, glaubte ich, es fräße höllisches Feuer an ihnen. Und ich wimmerte sehr.
Erst als ich seine Schritte von mir gehen hörte, wurde mir etwas mutiger. Ich hob den Kopf, jedoch nach rückwärts gewandt, dorthin, wo der Schreckliche nun in einem Stuhle saß und über mich weg zu dem Bilde blickte: die rechte Hand über die Augen schirmend, wie Maler ihre Tafeln aus der Ferne anzusehen pflegen.