Sie klopfte leise an die Türe.

Ein sonderbares Knurren wurde vernehmbar.

»Der Inkubus,« schrie Messer Giacomo auf und wandte sich wie zur Flucht um. Der Graf packte ihn beim Handgelenk und zwang ihn zur Tür. »Öffnet! Und sei's mit Gewalt!« Giacomo drückte auf die Klinke. Die Türe tat sich auf.

Das Zimmer war ganz dunkel. Nur am Fenster glomm etwas Leuchtendes, wie wenn das Licht des Morgens aus zwei Löchern durch die vorgezogene schwere Samtgardine bräche.

»Da … da … dort sitzt er!« stöhnte Giacomo und bekreuzte sich.

In diesem Augenblicke flogen die zwei hellen Punkte in einem großen Bogen durch das Zimmer über die Köpfe der Eingetretenen hinweg – hinaus. Gleich darauf erhob sich, während die drei, von Entsetzen gepackt, am Türpfosten Halt suchten, im Korridor Geschrei und Gekreisch der Dienerschaft, überschrillt von einem langgezogenen wütenden Geheul, das dann in Fauchen überging und schließlich knurrend zu verröcheln schien. Dann hörte man das Gesinde die Treppe hinabpoltern und die Treppentüre zuschlagen.

Der Graf kam zuerst zu sich. Er ging zum Fenster und riß die Gardinen auseinander. Das Zimmer war leer. Das Bett hinter den geschlossenen Vorhängen unberührt.

»Wo ist sie?« stöhnte die Gräfin auf und sank vor dem Bett zusammen.

Der Graf sah Messer Giacomo fragend an.

Der flüsterte, mit dem Kopf zur Türe: »Das war sie … die Hexe.«