25. Präpositionale Ausdrücke.

a) Das Zusammenstoßen zweier Präpositionen ist zu meiden, da es den Satz unschön und unübersichtlich macht, z. B.: Ein unglückliches Buch hat Sie auf für uns undenkbare Gedankenverbindungen gebracht (statt: auf Gedankenverbindungen, die für uns undenkbar sind). — Soll sich ein aus dem Felde heimkehrender Soldat von zu Hause gebliebenen Stubenhockern schelten lassen? (statt: von Stubenhockern, die zu Hause geblieben sind). — Von an der Ausführbarkeit Zweifelnden wird uns geschrieben usw.

b) Mehrere Präpositionen, die verschiedene Kasus regieren, dürfen nicht auf ein Wort gemeinsam bezogen werden, wenn das Wort verschiedene Formen für die betreffenden Kasus hat. Man kann ohne Anstoß sagen: mit oder ohne Waffen, in und um euch, mit oder ohne uns u. ähnl., weil „Waffen, euch, uns“ sowohl Dative, als auch Akkusative sein können. Falsch ist dagegen: mit oder ohne den Fürsprecher (statt: mit dem Fürsprecher oder ohne ihn), in oder um den Wald, mit, in und für die Phantasie (Rud. Gottschall) usw.

c) Man läßt den Kasus, der von der Präposition regiert wird, am besten unmittelbar auf diese folgen und vermeidet es, andere Kasus, die von einem Partizipium regiert werden, einzuschieben. Hart klingen Sätze wie die folgenden: „Von mir bekannten Bewohnern des Ortes wurde ich benachrichtigt“ (statt: Von einigen mir bekannten Bewohnern, oder: Von Bewohnern des Ortes, die mir bekannt waren). — „Durch mich anklagende Worte hat er mich verletzt“ (statt: Durch seine mich anklagenden Worte, oder: Durch diese mich anklagenden Worte). — „Mit keine Unklarheit übrig lassender Bestimmtheit“ (statt: Mit einer keine Unklarheit usw., oder: Mit einer Bestimmtheit, die keine Unklarheit übrig ließ) usw.

d) Eine und dieselbe Präposition darf nicht zur gemeinsamen Verknüpfung mehrerer Worte mit einem Objekt oder Attribut verwendet werden, wenn sie nicht zur Verknüpfung jedes einzelnen Wortes mit dem betreffenden Objekt oder Attribut genau paßt. Falsch ist z. B.: Der Kampf und Sieg über den Feind (statt: Der Kampf mit dem Feinde und der Sieg über ihn); die junge Mannschaft bewegte teils Furcht, teils Hoffnung auf den Krieg (statt: teils Furcht vor dem Kriege, teils Hoffnung auf ihn) usw.

e) Die Häufung präpositionaler Ausdrücke ist zu meiden. Schon die Wiederholung derselben Präposition ist nicht gut, z. B.: „Durch einen Schuß durch das Bein wurde er kampfunfähig“ (besser: Ein Schuß durch das Bein machte ihn kampfunfähig). — „Es verrät einen Mangel an Glauben an Gott“ (besser: einen Mangel an Gottesglauben). — „Hier spricht die Fürsorge für das eigene Wohl für den Gegner“ (besser: zugunsten des Gegners). — „Der Wunsch nach dem Fortleben nach dem Tode beseelt die Menschen“ (besser: Der Wunsch, nach dem Tode fortzuleben) usw. — Noch anstößiger und für einen gebildeten Hörer oder Leser geradezu unerträglich sind Häufungen präpositioneller Fügungen, die mit einer Einschachtelung von Satzgliedern verbunden sind: z. B.: „Der Papst hat gegen die bei der gegen den Schweizer Konsul gemachten Demonstration beteiligten Individuen eine strenge Untersuchung einleiten lassen.“ — „Er hat in dem von ihm unter der bekannten Chiffre für die Allgemeine Zeitung verfaßten Artikel das Gegenteil behauptet“ usw. — Aber auch sonst sind Häufungen präpositionaler Ausdrücke zu tadeln, z. B.: „Durch den Hinweis aus kaiserlichem Munde auf den vorjährigen Weihnachtsabend in Feindesland und auf den diesjährigen am heimischen Herde ward die Erinnerung an jene Zeit in allen recht lebendig“ u. ähnl.

26. Als und wie.

Als steht: a) gleichstellend, z. B.: Er starb als Jüngling, als Greis; ich spreche als Freund mit dir u. ähnl. Als bezeichnet hier die völlige Wesenseinheit, die Einerleiheit; im Gegensatz dazu deutet wie nur die Ähnlichkeit an. Man unterscheide: „Er sprach als Freund zu mir“ und: „Er sprach wie ein Freund mit mir.“ Treffend sagt Goethe: „Vom Schiff aus behandelte man sie (die Delphine) nicht als Geleitsmänner (die sie doch waren) sondern wie Feinde (die sie nicht waren).“

b) erklärend, z. B.: „Alle Übel des Erdenlebens, als Armut, Not, Krankheit usw., hatte er kennen gelernt.“ Hier kann auch wie oder nämlich gebraucht werden, z. B.: Einige Tiere, wie das Pferd, die Kuh, der Hund u. a., leisten dem Menschen große Dienste.

c) vergleichend. Man merke folgende Regel: Nach Komparativen steht als, nach dem Positiv dagegen, überhaupt zur Bezeichnung der bloßen Gleichheit oder Ähnlichkeit steht wie. Man sagt richtig: schwerer als Blei, er ist größer als du; grün wie Gras, er ist schlank wie eine Tanne, er ist so schlank wie eine Tanne, er ist ebenso groß wie ich (doch ist hier auch zulässig: er ist ebenso groß als ich).[20]