[13] Den Apostroph zur Bezeichnung der Apokope hat Konrad Geßner in Deutschland eingeführt, er nahm das Zeichen aus dem Griechischen herüber.

[14] Jakob Grimm hat in seiner Grammatik nachgewiesen, daß die passive Bedeutung des ersten Partizips sich in allen germanischen Sprachen findet.

[15] Die Regel, daß das Partizipium nur auf das Subjekt bezogen werden dürfe, ist unrichtig und widerspricht geradezu dem Geiste der deutschen Sprache.

[16] Vgl. über die absolute Partizipialkonstruktion namentlich Andresen, Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit, S. 120 flg.

[17] Beispiele dieser Art finden sich bei unseren besten Dichtern und Schriftstellern. Was wir diesen verzeihen, ist darum aber noch nicht nachzuahmen.

[18] Wenn Nominativ und Akkusativ gleichlauten, duldet der Sprachgebrauch in einigen Fällen die Zusammenziehung, z. B.: Was ich bin und habe. Die alten Grammatiker betrachteten die von der strengen Korrektheit abweichende Zusammenziehung als eine besondere Redefigur, die sie Zeugma (d. i. Zusammenjochung) nannten.

[19] Doch finden sich manche Abweichungen von dieser Regel, die sich als Fügungen nach dem Sinne wohl rechtfertigen lassen, z. B.: „Ein streitendes Gestaltenheer, die seinen Sinn in Sklavenbanden hielten.“ (Schiller.) „Es gibt im Menschenleben Augenblicke, wo er dem Weltgeist näher ist als sonst.“ Derselbe. Vgl. hierüber Fr. Grüter, Zwei Schulprogramme über die Synesis, Münster 1855 und 1867.

[20] Gewöhnlich wird die falsche Regel aufgestellt: als sei vergleichend dem Grade und Maße nach, daher müsse man sagen: „ebenso groß als ich“ und nicht: „ebenso groß wie ich.“ Die Geschichte unserer Sprache erweist diese Regel als unhaltbar. Vgl. meine Erörterung des Verhältnisses zwischen als und wie in Beckers Deutschem Stil S. 211–217.

D. Stilistik des zusammengesetzten Satzes.

28. Der Bau der Sätze im allgemeinen.