1. Aufstellung des Themas.
2. Stoffsammlung.
3. Disposition.
4. Ausarbeitung.
38. Das Thema und die Arten der Aufsätze.
Das Thema muß klar, in sich abgerundet und fruchtbar sein. Klar nennen wir ein Thema dann, wenn es so gefaßt ist, daß eine Mehrdeutigkeit des Sinnes ausgeschlossen und der Stoff, der behandelt werden soll, genau bestimmt ist. In sich abgerundet ist das Thema, wenn sein Inhalt genau begrenzt und so einer Abschweifung auf Seitengebiete vorgebeugt ist. Fruchtbar endlich heißt ein solches Thema, das ausreichenden Stoff zur Behandlung, seien es Tatsachen oder Gedanken, in sich schließt.
In der Schule wird das Thema in der Regel vom Lehrer gegeben, und die Aufgabe des Schreibenden besteht dann in bezug auf diesen Punkt nur darin, sich den Sinn des Themas vollkommen klar zu machen, der Abgrenzung des Stoffes, die in dem Thema gegeben ist, sich deutlich bewußt zu werden und diese immer festzuhalten, sowie der Anregung zur Auffindung von Stoff, die in dem Thema enthalten ist, sorgfältig und mit Liebe nachzugehen. Im Leben hat man sich jedoch das Thema zu Aufsätzen und umfangreicheren schriftlichen Arbeiten meist selbst zu suchen, und man hat dann genau darauf zu achten, daß es den angeführten drei Forderungen entspricht. Man versäume daher nicht, sich auch im Aufstellen von Themen zu üben, was am besten dadurch geschieht, daß man zu Abschnitten aus den Werken unserer großen Dichter, namentlich Lessings, Goethes, Schillers, Herders u. a. nach sorgfältiger Lektüre kurze und schlagende, d. h. genau bezeichnende Überschriften sucht. Diese Übung ist fast ebenso wichtig als die Ausarbeitung eines gegebenen Themas.
Das Thema kann den verschiedensten Stoffkreisen entlehnt sein. Die wichtigsten Arten der Schulaufsätze sind:
a) Die Erzählung. Eine Handlung wird in ihrem ununterbrochenen Verlaufe dargestellt, so daß die einzelnen Teile derselben ein zusammenhängendes Ganzes bilden.