Nach bei: verlangen, es gelüstet mich. Auch begehren, das meist mit dem Akkusativ verbunden wird (vgl. S. 78), regiert in der Bedeutung: „sehnend verlangen“ ein präpositionales Objekt, das durch nach angeknüpft wird.
Über mit dem Akkusativ bei: walten, lachen, spotten, belehren, sich erbarmen, sich freuen, sich wundern.
Von bei: entbinden, entblößen, entledigen, entsetzen, entwöhnen, sich enthalten. Überzeugen, das früher auch mit dem Genitiv verbunden wurde, wird jetzt nur noch mit einem präpositionalen Objekte verbunden: einen von etwas überzeugen.
Bei anderen Verben bedient man sich in der prosaischen Rede statt des Genitivs einer Umschreibung durch den Infinitiv mit zu, z. B.: Er erdreistet, erfrecht, erkühnt sich zu kommen. Er vermißt sich, das Werk zu vollbringen; er unterfängt, unterwindet sich, mit ihm zu reden; er weigert sich zu gehen usw. Die Verben sich entblöden[30] und sich unterstehen, die früher auch mit dem Genitiv verbunden wurden, lassen gegenwärtig nur noch die angegebene Konstruktion zu, z. B.: Du solltest dich entblöden (d. i. dich scheuen, schämen), aus diesem Ton zu reden. Wieland. Ich werd’ mich unterstehen, euch das zu wehren. Schiller. In der Frage: „Was unterstehst du dich?“ ist der Akkusativ an die Stelle des älteren Genitivs getreten: „Wes unterstehst du dich?“ Ebenso in: Das (früher: des) unterstehst du dich!
f) Über den prädikativen Genitiv, der mit dem Objektsgenitiv nicht verwechselt werden darf, vgl. I, 183 Anm. 1.
4. Verben mit schwankender Rektion.
angehen (in der Bedeutung: betreffen) ist mit dem Akkusativ, nicht mit dem Dativ zu verbinden. Das geht dich (nicht: dir) nichts an. Unrichtig sagt also Fichte: Das geht dem Weibe nichts an.
ankommen (in der Bedeutung: befallen) regiert den Akkusativ, z. B.: Es wird dich Angst ankommen. Luther. Da kam mich Furcht und Zittern an. Luther. Doch kommt mich bald die Lust zu schreiben wieder an. Opitz. Doch hat sich neben dem Akkusativ allmählich auch der Dativ eingebürgert; dieser findet sich bei Goethe, Schiller, Herder, Bürger u. a. Man kann daher auch sagen: Mir kommt ein Grauen an.
ankommen (in der Bedeutung: werden, verbunden mit Adverbien) regiert den Dativ, z. B.: es kommt mir sauer an (d. i.: es wird mir sauer), es kommt mir leicht, schwer, hart an.
anwandeln regiert den Akkusativ: Was wandelte den Ritter an? Schiller. — Es schien ihn gleich nur anzuwandeln, mit dieser Dirne geradehin zu handeln. Goethe. Mich wandelt Furcht, Angst, eine Schwäche usw. an. — Neben dem Akkusativ findet sich wie bei ankommen auch der Dativ, z. B.: Wenn ihr nur nicht ein unzeitiger Appetit anwandelt. Weiße. — Es wandelte ihr plötzlich eine kleine Schwachheit an. Lessing. — Namentlich in den Formen, die mit sein gebildet werden, wird der Dativ gebraucht: Ich weiß nicht, was ihm angewandelt ist. Doch kann man auch hier sagen: Ich weiß nicht, was ihn angewandelt ist.[31]