Zu denen, die weder jung noch sonderlich hübsch waren, sagte er, dass sie ihre Anfechtungen und Übertretungen ihrem Pastor oder Beichtvater sehr genau und ausführlich berichten müssten, damit sie ihnen vergeben würden und die Absolution bekämen; aber zu denen, die er für seine Betgenossenschaft (deuotarship) wünschte, sagte er: weil sie nun solchen innerlichen Sünden und Gebrechen ihres Körpers nicht widerstehen könnten, so wäre es nötig, dass derselbe gekasteiet werde mit einer äußerlichen Strafe oder Pönitenz. Die betrübten Frauen willigten sehr gern darin, sich derselben zu unterziehen.

Hierauf sagt er ihnen, dass sie sich ganz und gar unter seine Aufsicht und seinen Gehorsam begeben müssten, und als sie auch damit einverstanden waren, gab er ihnen eine Regel, nach welcher sie alle Monate auf einen bestimmten Tag bei ihm mit Bewilligung ihrer Männer zur Beichte erscheinen und in welcher sie ihm ihre Übertretungen mitteilen mussten.

Als sie nun die Regel angenommen hatten und bei ihm zur Beichte erschienen, gebot er ihnen bei dem Gelübde ihres Gehorsams, alle unkeuschen Gedanken, Begierden und Handlungen, die sie hatten und begingen, ungeschminkt, frei heraus, ohne Scham zu gestehen; je glatter, unverhohlener, gröber und genauer, je besser: damit er im Stande sei, sie davon zu säubern, reinigen, purgieren, absolvieren und deshalb zu kasteien und strafen. Dies taten denn die Frauen ebenfalls. "Nun, wohlan, meine Töchter", sagte Cornelius darauf, " für diese heimlichen und unkeuschen fleischlichen Sünden des Körpers gehört sich auch eine heimliche Säuberung, Purgierung, Reinigung (er liebte es sehr, wohl fünf bis sechs Synonyme hintereinander zu gebrauchen) und heilige Disziplin oder sekrete Pönitenz, welche vor den Augen der Menschen verborgen gehalten werden muss, weil sie nicht verstehen und begreifen was geistlich ist; ja, sie würden sich darüber aufhalten und Ärgernis nehmen, wenn sie es wüssten; so sind sie durch die Verderbtheit des Fleisches in ihren Ansichten und Begriffen verwirrt, geblendet und geschändet. Darum, meine Töchter, legt die Hand auf eure Brust und schwört bei Gott und allen Heiligen, dass ihr diese heimliche Disziplin oder heilige, sekrete Pönitenz weder euren Männern, noch euren Eltern, noch irgendeinem der weltlich gesinnten Menschen, noch irgendeinem Geistlichen, sei es in der Beichte oder anders, nicht zu erkennen geben und offenbaren wollt."

Nachdem nun die Frauen diesen Eid geleistet hatten, nahm er sie als Büßerinnen und Disziplintöchter an und hieß sie in das Haus der Nähterin Calle de Naighe, seiner Vertrauten, stets durch die Vordertür zu gehen; denn dieses Haus hatte von der Seite des Klosters her ebenfalls einen Eingang, so dass diejenigen, welche Bruder Cornelius durch denselben hineingehen sahen, die Frauen nicht sahen und umgekehrt.

Als nun die frommen Frauen das erste Mal zu der Nähterin kamen, gab sie jeder derselben eine Rute und hieß sie dieselben in das Disziplinzimmer tragen, das nächste Mal aber selbst Besen zu kaufen und davon eine Rute mitzubringen.

Als Cornelius in das Disziplinzimmer zu seinen Beichttöchtern eintrat sagte er: "Nun, wohlan, meine Töchter, damit Ihr diese heilige Disziplin oder sekrete Pönitenz bequem empfangen könnt, ist es nötig, dass ihr euern Körper entblößt; darum befehle ich Euch bei dem Gelübde eures Gehorsams, dass Ihr Euch entkleidet."

Als die Frauen seinen Willen erfüllt hatten, mussten sie ihm selbst die Rute in die Hand geben und ihn demütig bitten, dass er ihren sündigen Körper diszipliniere und kasteie, was er denn sehr bedächtig mit einer Anzahl Schläge tat, die eben nicht weh tun konnten. Diese Handlung begleitete er mit allerlei vom Geißeln handelnden Reden aus alten Büchern und sagte unter anderem: dass Gott die Demut der Büßenden, die sich nackt auszögen, lieber habe als die Heftigkeit der Schläge.

Im Winter, wenn es zu kalt war, um sich nackt auszuziehen, mussten seine Disziplinkinder sich auf einem großen Kissen niederlegen: Bruder Cornelius hob ihnen den Rock auf und disziplinierte sie auf diese Weise. Ebenso machte er es auch im Sommer mit denjenigen Frauen, die nicht lange von Hause wegbleiben konnten oder mit Witwen, die lange unter seiner Disziplin gestanden hatten und an deren Bußwerkzeugen er sich bereits satt gesehen hatte; ja, zuletzt ließ er wohl zu, dass diese die Disziplin von seiner Vertrauten, der Nähterin, empfingen.

Dass die Witwen, die bereits vom Baum der Erkenntnis gegessen, Anfechtungen hatten, nahm er als selbstverständlich an und interessierte sich vor allen Dingen für ihre Träume, die sie ihm stets ganz genau erzählen mussten.

Ehe er aber die verheirateten Frauen und Witwen zu seiner Bußanstalt heranzog, hatte er schon längst eine Disziplinschule von jungen Mädchen errichtet, bei der ich mich etwas länger aufhalten muss, da sich dabei die ganze Schändlichkeit des nichtswürdigen Pfaffen offenbart und weil es Jungfrauen waren, die den alten lüsternen Sünder zuschanden machten und sein Treiben zur Untersuchung brachten. -