Layamon. An Wace’s Brut knüpft sich ein höchst interessantes denkmal der untergehenden angelsächsischen, oder neuentstehenden englischen sprache. Es is dieses die metrische übersetzung des Brut von Layamon, einem geistlichen, geboren zu Ernley an dem Severn. Da der Brut im jahre 1155 beendigt war, so muss Layamon später geschrieben haben, nach seinen Worten über Heinrich II. zu schliessen, wahrscheinlich zu ende der regierung, oder nicht lange zeit nach dem tode dieses königs (1189). Layamon’s sprache ist noch angelsächsich zu nennen; noch hat sie die beugungen der muttersprache, ist aber von der zur zeit der normannischen eroberung lebenden durch die einführung, oder wenigstens durch den zunehmenden gebrauch von hilfsformen verschieden; auch ist der charakter der sprache darin geändert, dass nur wenige umschreibungen, ellipsen und inversionen, die im Angelsächsischen so oft vorkommen, zu finden sind. Französische wörter kommen nur sehr selten in Layamon’s werk vor. Es ist auch nicht eine blosse übersetzung, sondern mehr eine umschreibung der Waceschen schrift. Die annahme des schlichten, ja beinahe kriechenden styls des französischen romans an die stelle des stürmenden schwunges des angelsächsischen gesanges zeigt deutlich die entartung des Angelsächsischen, obwohl die sprachformen meist noch die alten sind, und sich neben dem reime auch noch die alliteration, jedoch vernachlässigt findet. In Worcestershire, wo Layamon schrieb, mochte sich die veraltende sprache länger halten, als unter den mit den Normannen in grösserer verbindung stehenden bewohnern des südens von England. Eine vollständige handschrift Layamon’s wird im brittischen museum (Ms. Cotton. Calig. A. IX.) aufbewahrt; dieselbe scheint aus der ersten zeit des 13. jahrhunderts herzurühren. Ein zweites manuscript in derselben Sammlung (Ms. Cotton. Otho. C. XIII.) ist nur noch ein bündel verbrannter blätter. Letztere handschrift ist jünger, gehört aber auch noch dem 13. jahrhundert an.[148]
Die folgenden, aus Ellis’s Specimens etc. entlehnten sprachproben werden das verhältniss zeigen, in welchem Layamon zu Wace und dieser zu Geoffrey von Monmouth steht.
Sprachproben aus G. von Monmouth, Wace.
Galfredi Monum. lib. VII cap. 4.
Rex (Arthur) et regina, ille ad suum palatium cum viris, hæc ad aliud cum mulieribus, epulatum incedunt; antiquam namque consuetudinem Troiæ servantes Britones, consueverant mares cum maribus, mulieres cum mulieribus, festivos dies separatim agere. Collocatis postmodum cunctis ut singulorum dignitas expetebat, Caius dapifer, hermenio ornatus, mille vero nobilissimis iuvenibus comitatus est, qui omnes, hermenio induti, fercula cum ipso ministrabant. Ex alia parte vero Bedverum pincernam totidem vario amicti sequntur, qui in scyphis diversorum generum multimoda pocula cum ipso distribuebant. In palatio quoque reginæ, innumerabiles ministri, diversis ornamentis induti, obsequium suum præstabant, morem suum exercentes, quem si omnino describere pergerem, nimiam historiæ prolixitatem generarem.
Wace.
Quand li service fut finé,
Et lte Missa Est chanté,
Li roi a sa corone ostée,
1) Monastère, dôme. Qu’il avoit au mostier1) portée,
Une corone menor prist:
2) Ensemble, aussi. 3) Ils. 4) Les atours plus grands. El la reine ensement2) prist.
lus3) mistrent les greignors ators4)
Plus legiers pristrent, et menors.
Quand li roi torna del mostier,
A son palais ala manger.
La reine à une autre ala
5) à, avec. Et les dames o5) sei mena.
Li roi mangea avec les homes,
Et la reine avec les dames
6) Déduit. O grant deduist6) et grant joye,
Come soloit estre à Troie:
Et Bretons encor la tenoent
7) Fête. Quant ensemble feist7) feisoent
Li roi et les homes mangoent,
Que nule fame n’i menoent:
Les dames mangoent aillors,
N’i avoit que lor servitors.
8) Dais. Quant li roi fut au deis8) assiz,
A la costume del païs,
9) En tour. 10) Son honneur. Assiz sont les barons entor;9)
Chescun en l’ordre de s’enor10)
Li senescal, Kei avoit nom,
Vestu d’un ermine pelliçon,
Servi à son mangier li roy,
Mil gentilz homes avec soi,
11) Tous. 12) Cuisine. 13) Épais. 14) Écuelles. 15) Mets. Qui tuiz11) forent vestus d’ermine,
Cil servirent à la quesine.12)
Sovent aloent et espez,13)
Esqueles14) portant, et mes.15)
Beduer, de l’autre partie,
Servi de la boteillerie.
16) Damoiseaux. 17) Beaux. 18) Aux coupes et aux pots. 19) Hanap, trinkschale, A. S. hnæp, deutsch: napf. Ensemble o li, mil damoisealz,16)
Vestuz d’ermine, genz, et bealx,17)
O copes et o pos18) d’or fin
Et o henas19) porteient vin,
N’i avoit home qui servist,
Qui d’ermine ne se vestit.
Beduer devant euls aloit,
Que la cope li roi portoit,
Li damoiseals après aloent,
Qui les barons de vin servoent.
20) Eut. 21) Quels, ni quants. La reine ost20) ses servanz
Ne vos sai dire quenz ne quanz.21)
Sprachproben aus Layamon.
Layamon.
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Þa þe masse wes isungen, Of chirccken heo þrungen. Þe king mid his folke To his mete verde, And mucle his dugeðe: Drem wes on hirede. |
Da die messe war gesungen, drängten sie sich aus der kirche. Der könig mit seinem volke zu seinem mahle fuhr, und viele seines adels: freude war im hause. |
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Þa quene, an oðer halve, Hire hereberwe isohte; Heo hafde of wif-monne Wunder ane moni en. þa þe king wes iseten Mid his monnen to his mete, To þan kinge com þa biscop, Seind Dubrig, þe was swa god; And nom of his hafde His kinc-helm hæhne.[149] |
Die königin auf ihrer seite, suchte ihre herberge; sie hatte weibsleute wunderbar viele. Da der könig sich gesetzt hatte mit seinen mannen zu seinem mahle, kam zu dem könige der bischof, der heilige Dubrig, der war so gut; und nahm von seinem haupte seinen hohen königshelm. |
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(For þan mucle golde Þe king hine beren n’alde) And dude enne lasse crune On þas kinges hafde, And seoð-þen he gon do Aðere quene alswo. Inne Troie þis wes lage Bi heore ælderne dage Þa Bruttes of come. |
(wegen des vielen goldes wollte ihn der könig nicht tragen) und setzte eine kleinere krone auf des königs haupt, und darauf that sich an eine andere auch die königin. In Troja war dieses gesetz, in ihren früheren tagen, da Brutus wegkam. |
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Þe weoren wel idone, Alle þa wepmen, At heore mete seten, Sundi bi heom seolven. Þat heom þuhte weldon. And alswa þa wifmen Heore iwune hafden. |
Die männer wohl gethan, alle die waffenleute, sassen bei ihrem mahle gesondert bei einander; das däuchte ihnen wohl gethan. Und auch die weiber hatten ihre wohnung. |
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Þa þe king wes isete, Mid alle his dugeð to his mete, Eorles, and beornes, At borde þas kinges, Þe stiward com steppen, Þe Kay wes ihaten; Haxt cniht on londe, Under þan kinge, Of alle þan hæpe, Of Arþures hirede. |
Da nun der könig sass mit allem seinen adel bei dem mahle, grafen und barone am tische des königs, kam der hofmeister geschritten, der Caius war geheissen, der höchste ritter im lande unter dem könige von all’ dem haufen von Arthur’s haushalt. |
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Kay hehte him bivoren, Moni heah mon iboren. Þer weoren a þusen cnihte bald Wunder wel italde, Þal þeineden þan kingen, And his here þringen. Aelc cniht hafde pal on, And mid golde bigon; And alle heore vingeres, Iriven mid gold ringes, Þas beorn þa sunde, From kuchene to þan kinge. |
Caius gebot vor sich manchen hochgebornen mann. Da waren tausend kühne ritter, wundervoll wohl gezählt, die dem könig dienten und zu seinem dienst sich drängten. Jeder ritter hatte einen mantel um und mit golde besetzt, und alle ihre finger eingefasst mit gold’nen ringen; die trugen das gesendete aus der küche zu dem könige. |
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An oðer half, was Beduer, Þas kinges hæge birle; Mid him weoren eorlene sunen, Of aðele cunne iboren; And þere hehge cnihtene sunen, Þa þider weoren icunen. Seoven kingene sunen, Þat mid him quehten. Bedever avormest eode, Mid guldene bolle: After him a þusend Þrasten to hirede. |
Auf der andern seite war Beduer, des königs oberkellner; bei ihm waren grafen söhne aus adeligem geschlecht geboren, und da hoher ritter söhne, die hin gekommen waren, sieben königssöhne, die mit ihm sich bewegten. Beduer ging zuerst mit goldener flasche, nach ihm tausend drängten sich zum dienst, |
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And alle þas cunnes drenche, Þem cuðe on biþenche, And þe quene, an hire end Wifmen swide hende; A þusend hire eode bivoren, Riche men and wel icoren, To þainen þere quene, And þan þat mid hire weoren. |
und mit aller art getränke, die man sich nur denken kann. Und die königin hatte auf ihrer seite sehr schöne frauen: tausend gingen vor ihr, reiche und auserlesene männer, zu dienen der königin und denen, die bei ihr waren. |