I-funde he hevede me
For an appel of a tre
i-bunde,
He brac5) the bond,
That was so strong,
wit wunde.
Lyrische Gedichte. Mehrere kleinere gedichte, deren abfassung ungewiss ist, mögen ebenfalls in die zeit von 1260-1320 gehören. Darunter befindet sich eine der frühesten proben des schottischen dialektes, ein lied auf den tod Alexander’s III. aus dem jahre 1285, welches eine menge französischer wörter enthält.
Fabliaux. Die Sprüchwörter Hending’s. Die französisch-normannische literatur dieser zeit war besonders reich an fabliaux, mährchen und sagen im geschmack der geschichten, denen Chaucer am schluss des vierzehnten jahrhunderts seine berühmtheit verdankt. Sie wurden von den joculatores, jogelours, jongleurs, oder wandernden minstrels in den schlössern der barone und ritter erzählt oder gesungen. Obgleich die edeldamen von dieser beliebten unterhaltung nicht ausgeschlossen waren, wählten die joculatores oft sehr lüderliche stoffe, deren ursprung sich in einigen fällen bis zu den Arabern, ja bis nach Indien verfolgen lässt. Nur sehr wenige solcher fabliaux waren vor ablauf des dreizehnten jahrhunderts auch in englischer sprache vorhanden, da bis dahin die französische sprache in den schlössern der grossen, deren freigebigkeit und lüsternheit von den jongleurs ausschliesslich ausgebeutet wurde, noch die alleinherrschende blieb. Das älteste bruchstück eines ohne zweifei aus dem Französischen übersetzten englischen fabliau befindet sich in dem in der Bodleyana zu Oxford aufbewahrten Ms. Digby, Nr. 86, fol. 165, welche handschrift aus der zeit Eduards I. herrührt. Das englische fabliau in sechszeiligen gereimten strophen, nicht ohne alliteration, hat die französische überschrift: Ci commence le fables et le cointise de dame Siriz.[157]
Die didaktische poesie ist um das jahr 1300 durch mehrere gedichte vertreten. So finden sich in den Reliquiis Antiquis bd. I. seite 109. 193. 256 drei recensionen der sprüchwörter Hending’s, welche, wie man aus dem öfteren vorkommen schliessen kann, beliebt gewesen sein müssen. Zugleich als ein beispiel der verschiedenheit der sprache in verschiedenen handschriften, mögen hier die ersten sprüchwörter Hending’s nach einer kurzen, nur in Ms. Harl. 2253, fol. 125 befindlichen einleitung folgen:
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Mon that wol of wysdam heren,
At wyse Hendyng he mag lernen, That wes Marcolves sone; Gode thonkes ant monie thewes For te teche fele shrewes, For that wes ever is wone. |
| (Ms. Harl. 2253.) | (Ms. Digby, 86.) Hending the Hende. |
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Jhesu Crist, al folkes red,
That for us alle tholede1) ded Upon the rode2) tre, Lene us alle to ben wys, Ant to ende in his servys! Amen par charité! „God beginning maketh god endyng,“ Quoth Hendyng. |
Jhesu Christ, all this worldes red,
That for oure sunnes wolde be ded On that holi rode tre, He lete ous alle ben wise And enden in his servise Amen, per seinte charité. |
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Wyt ant wysdom lurneth gerne
Ant loke that none other werne3) To be wys ant hende; For betere were to bue wis, Then for te where feh and grys, Wher so mon shal ende. „Wyt ant wysdom is god warysoun4)“ Quoth Hendyng. |
Wit and wisdom lerneth gerne,
And loke that no man other werne To ben ful wis and hende; For betere were to ben wis, Than to werren for and gris, Were se mon shal ende. „Wit and wisdom is god wareis“ Quod Hendyng. |
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Ne may no mon that is in londe
For nothyng that he con fonde, Wonen at home ant spede; So fele thewes for te leorne, Ase he that hath y-soht georne In wel fele theode. „Ase fele thede, ase fele thewes;5)“ Quoth Hendyng. |
May no mon that is in londe,
For nothing that he con fonde, Wonen at hom and spede Fele thewes for to lere, So he that haveth wide were Fouht in fele thede; „Also fele thedes, also fele thewes,“ Quod Hendyng. |
1) Leiden 2) kreuz 3) wehre, hindere 4) witz und weisheit sind gute gaben 5) so viel völker, so viel sitten.