[202]And ȝee schull undirstonde that whan men comen to Jerusalem her first pilgrymage is to the chirche of the Holy Sepulcr wher oure Lord was buryed, that is withoute the cytee on the north syde. But it is now enclosed in with the ton wall. And there is a full fair chirche all rownd, and open above, and couered with leed. And on the west syde is a fair tour and an high for belles strongly made. And in the myddes of the chirche is a tabernacle as it wer a lytyll hows, made with a low lityll dore; and that tabernacle is made in maner of a half a compas right curiousely and richely made of gold and azure and othere riche coloures, full nobelyche made. And in the ryght side of that tabernacle is the sepulcre of our Lord. And the tabernacle is VIII. fote long and V. fote wyde, and XI. fote in heghte. And it is not longe sithe the sepulcre was all open, that men myghte kisse it and touche it. But for pilgrymes that comen thider peyned hem to breke the ston in peces, or in poudr; therefore the Soudan hath do make a wall aboute the sepulcr that noman may touche it. But in the left syde of the wall of the tabernacle is well the heighte of a man, is a gret ston, to the quantytee of a mannes hed, that was of the holy sepulcr, and that ston kissen the pilgrymes that comen thider.

Johann von Trevisa. Ein anderer prosaiker der damaligen zeit ist Johann von Trevisa. Er übersetzte und erweiterte Higden’s Polychronicon in englischer sprache auf den wunsch von Thomas Lord Berkeley, dessen kaplan er war, und soll seine übersetzung 1387 vollendet haben. Sein buch wurde von dem ersten englischen buchdrucker, Caxton, im jahre 1482 mit einer fortsetzung bis zum jahre 1460 gedruckt, allein Trevisa’s text ist von Caxton nicht bloss durch auslassen und einschieben von wörtern verändert, sondern dessen alte sprache vollständig modernisirt worden. „Ich, William Caxton, eine schlichte person,“ sagt der drucker, „habe mich bemüht, erst das besagte buch Polychronicon ganz zu überarbeiten und habe das grobe und alte (rude and old) Englisch, d. h. gewisse worte, welche jetzt weder gebraucht, noch verstanden werden, zu ändern.“ Und doch war noch kein ganzes jahrhundert verflossen, seit Trevisa das Polychronicon in das damalige Englisch übersetzte, ein beweis, wie schnell sich die sprache im munde des volkes vor ihrer feststellung durch gebildete schriftsteller und den buchdruck veränderte. Ausser dem genannten werke übersetzte Trevisa mehrere andere werke in seine muttersprache, von denen noch einige handschriftlich vorhanden sind.[203]

Wycliffe. Die veränderung in der sprache des englischen volkes unter Eduard III. hatte nicht allein politische, sondern auch kirchliche gründe. Eine neue, gegen Frankreich gerichtete politik befreite England von der herrschaft der französischen sprache, eine neue kirchliche richtung sollte es von der übermacht des römischen stuhles und damit von dem drucke der besonders zu kirchlichen zwecken verwandten, aber vom volke nicht verstandenen lateinischen sprache erlösen. Die vergebung englischer pfründen an fremde, besonders italienische geistliche, sowie die erpressungen der päpstlichen legaten waren schon längst ein gegenstand der beschwerde geworden, so dass unter Eduard III. und seinem enkel Richard II. von dem parlamente mehrere gesetze gegen diese übelstände erlassen wurden. Bei diesem streben gegen die päpstliche macht fand könig und parlament eine mächtige hilfe in John Wycliffe, geboren 1324, einem gelehrten geistlichen und professor der theologie im Baliol-College zu Oxford, wo er bald nach dem jahre 1372 gewisse lehren und einrichtungen der römischen kirche, welche seit der eroberung durch die Normannen in England unbestritten gegolten hatten, anzugreifen begann. In diesem streite wirkte Wycliffe durch rede und schrift und schrieb eine anzahl aufsätze, einige von ihnen in englischer sprache, gegen die übermacht des papstthums, den reichthum der höheren geistlichkeit, die verweltlichung des clerus, das überhandnehmen der mönche, während er zugleich durch sein hauptwerk, eine übersetzung der bibel in die landessprache, dem volke die beweismittel in die hände zu geben suchte, auf welche er sich in seinen streitschriften gegen seine mächtigen gegner unter der höheren geistlichkeit stützte. Diese vollständige übersetzung des alten und neuen testamentes, welche Wycliffe in seinen letzten lebensjahren mit hilfe einiger freunde zwar nicht aus den originalen, sondern nur aus der lateinischen vulgata ausführte, ist sowohl in theologischer als sprachlicher beziehung ein werthvoller überrest des englischen mittelalters. Wycliffe wurde mehrere male wegen ketzerei verfolgt und in die grösste persönliche gefahr versetzt, aber er entging theils durch günstige umstände, theils durch die freundschaft des herzogs von Lancaster (auch Chaucer’s und Gower’s freund) der gefahr und starb endlich 1384 als landpfarrer, nachdem er aus dem College entfernt und gezwungen worden war, einige seiner ketzereien zu widerrufen. Vierzig jahre nach dem tode Wycliffe’s wurden seine gebeine zufolge eines beschlusses des concils von Constanz ausgegraben und verbrannt, und die asche in einen bach geworfen. Sein geist wich aber nicht mehr aus England, obwohl seine anhänger, die Lollarden, von dem später die krone erlangenden hause Lancaster verfolgt und geopfert wurden, um für den schwankenden thron in dem clerus eine stütze gegen den adel zu gewinnen.

Die ganze bibelübersetzung Wycliffe’s ist noch handschriftlich vorhanden, allein nur das neue testament ist gedruckt worden, zuerst in fol. im jahre 1731, redigirt von dem Rev. John Lewis, später in 4. im jahre 1810, redigirt von dem Rev. H. H. Baber, endlich in 4. im jahre 1841 in Bagster’s English Hexapla. Die herausgabe des alten testamentes von der Clarendon druckerei auf kosten der universität Oxford und unter redaction des Rev. J. Forschall und Sir Fr. Madden ist längst verheissen, aber das werk noch nicht erschienen. Von den streitschriften Wycliffe’s sind ebenfalls einige gedruckt, die übrigen handschriftlich aufbewahrt worden. Wycliffe’s styl ist zuweilen etwas roh, besitzt aber kühnheit und kraft des ausdruckes, wodurch sich sein grosser einfluss auf das volk erklärt; die sprache erscheint härter und älter als Mandeville’s, welches vielleicht dem stoffe zuzuschreiben ist. Folgendes ist eine probe aus dem alten testamente Exod. chp. 15.

[204]Thanne Moises song, and the sones of Israel, this song to the Lord; and thei seiden, Synge we to the Lord, for he is magnified gloriousli; he castide down the hors and the stiere into the see. My strengthe and my preisyng is the Lord, and he is maad to me into heelthe, this is my God: y schal glorifie hym the God of my fadir, and y schal enhaunce hym: the Lord is as a man fiȝter, his name is almiȝti.

Chaucer’s Prosa. Auch Chaucer nimmt eine stelle unter den ältesten englischen prosaikern ein. Er gab den Engländern eine übersetzung des Boethius de Consolatione Philosophiae, welche Caxton unter dem titel: „The Boke of Consolacion of Philosophie, which that Boecius made for his Comforte and Consolacion“ ohne datum in folio veröffentlichte. Ein zweites werk Chaucer’s in prosa soll eine Treatise on the Astrolabe sein, welche er im jahre 1391 an seinen sohn Lewis richtete. Mit welchem rechte diese abhandlung gerade Chaucer zugeschrieben wird, ist indessen nicht recht klar. Sie befindet sich auch in der brüsseler handschrift No. 1591, welche ausserdem noch einen kalender und astronomische und medicinische aufsätze enthält. Aus dieser handschrift (Mone’s quellen und forschungen Bd. I. S. 549 ff.) möge die vorrede dieser Chaucer zugeschriebenen abhandlung hier eine stelle finden:

Litel Lowys my sone I perceyve wel by certeyn evidences thyn abilite to lerne sciences towchynge noumcers and proporcions and as wel considere J thi bisy prayere in special to lerne the tretys of the astrelabie. Thanne for as moche as a philosophre seith. he lappeth hym in his frend that condescendith to the rightful prayeres of his frend? therfore haue J yeue the a suffisant astrelabie as for owre orizonte compawned after the latitude of Oxenforde. upon whiche by mediacion of this litel tretys J purpose to teche the a certeyn noumbre of conclusions perteynynge to the same instrument. J seye a certeyn [noumbre] of conclusions for thre causes. The firste cause is this. Trust wel that alle the conclusions thet han ben fownden or ellis possibly myghten be fownden in so noble an instrument as is an astrelabie, ben unknowe parfitly to eny mortal man in this region as J suppose. Another cause is this. that sothly in eny tretys of the astrelabie that J haue seen ther ben somme conclusions that wolen not alle thynges parfourmen here byhestis. and somme of hem ben to harde to understonde and to conceiue to thi tendre age of X yeer. This tretys divided in V parties wole J schewe thee under fulligte rules and nakede wordes in englisch, for latyn canst thow yitt bul smal my litel sone. But netheles it suffiseth to thee these trewe conclusions in englisch as wel as suffiseth to these noble clerk is i grekes these same conclusions in greke. and to Arabyens in arabik. and to Jewes in ebrue and to latyn folk in latyn. whiche latyn folk hadden hem first owt of othere diverse langages and writen hem in here owne tonge that is to seye in latyn. and god wood that in alle these langages and in many othere mo. han these conclusions ben suffisanntly lerned and taugt. And yitt by diverse rules rigt as diverse pathes leden diverse men the rigt weye to Rome. Now wole J pray mekely every discrete persone that redeth or hereth this litel tretis to haue my rude enditynge excused and my superfluite of wordes for two causes. The firste cause is. for that curious enditynge and hard sentence is ful heuy att ones for swich a child to lerne. and the secunde cause is this. that sothly me semeth betre to write to a lernere twies a good sentence than he forgete it ones. And yitt Lowis gif it so be that J schewe the in my ligt englisch as trewe conclusions towchynge this matere, and not oonli as trewe. but as manye and as sutil conclusions as ben schewid in latyn in eny comon tretys of the astrolabie, konne me the more thank. And pray we. god saue the kyng that is lord of this langage. and alle that hym feith bereth and obeyeth euerich in his degre the more and the lasse. But considere wel thal J ne usurpe not to have fownde this werk of my labour or of my engyne. J neam but a lewid compilatour of the labours of olde astrologiens and have it translated in myn englisch oonly to thi doctrine. And with this swerd oonly schal I sleen envie.

Ein anderes werk Chaucer’s ist The Testament of Love, offenbar eine nachahmung der abhandlung des Boethius, welche Chaucer in seinen letzten lebensjahren schrieb. Beide letzteren schriften Chaucer’s sind in den alten ausgaben seinen gedichten beigefügt. Auch zwei seiner Canterbury Tales, nämlich The Tale of Meliboeus und The Parson’s Tale sind in prosa geschrieben. Die erstere ist eine ziemlich genaue übersetzung einer französischen sowohl in prosa als in versen vorhandenen erzählung „Le Livre de Melibee et de Dame Prudence“ und in einer schwunghaften, rhetorischen prosa geschrieben; die letztere, welche die Canterbury Tales beschliesst, ist eine lange moralische abhandlung über und gegen verschiedene sünden. Obwohl sonst nicht gerade interessant, giebt diese Parson’s (Persenes) Tale eine gute schilderung der sitten damaliger zeit.

Fortescue. Der nächste prosaiker, dessen styl und sprache schon einen bedeutenden fortschritt verräth, ist der oberrichter der King’s Bench unter der regierung Heinrich’s VI., Sir John Fortescue, welcher von 1430 bis 1470 blühte. Ausser mehreren lateinischen abhandlungen benutzte Fortescue auch die volkssprache zu einer schrift, betitelt: The difference between Absolute and Limited Monarchy, as it more particularly regards the English Constitution, worin er eine vergleichung des zustandes der Franzosen unter einer absoluten regierung mit dem der Engländer in einer beschränkten monarchie anstellt, welche, manche seltsame ansichten und arge übertreibungen abgerechnet, sehr zum vortheil seiner landsleute ausfällt und ausserdem ein lebendiges bild von den damaligen sitten liefert.

R. Fabian. Die früheren reimchroniken verwandelten sich nun ebenfalls in prosaische, zuweilen sehr langweilige tage- oder jahrbücher, deren einziger werth in der ängstlichen genauigkeit der aufzeichnung gleichzeitiger begebenheiten besteht. Die chronisten machten dabei gewöhnlich keinen unterschied zwischen wichtigen und unwichtigen vorfällen, sondern verzeichneten, was gerade vorfiel und sie interessirte. Einer der ersten dieser chronisten in prosa ist der Alderman und Sheriff von London Robert Fabian, welcher im jahre 1512 starb. Er schrieb eine allgemeine englische geschichtschronik unter dem titel „The Concordance of Stories,“ welche verschiedene male, zuletzt im jahre 1811 von Sir Henry Ellis gedruckt und herausgegeben worden ist. Obgleich Fabian die alten fabeln des Geoffrey of Monmouth von neuem wieder in umlauf brachte, ist jedoch seine chronik gleichzeitiger begebenheiten besonders bezüglich der stadt London genau und sorgfältig.