Panama erwartete, zu empfangen. Neue und große Entbehrungen bewiesen bei diesem Aufbruch seine Tapferkeit und Geduld. Anstatt sich das Vertrauen der Bewohner zu erwerben, griff Pizarro dieselben thörichter Weise an und nöthigte sie, aus ihren unschuldigen Zufluchtsorten zu entfliehen, und der Krieg, der Hunger, die Ermüdung und die dem Lande eigenen Krankheiten brachten die Eindringlinge in so eine grausame Nothlage, wie sie sie bei der ersten Expedition erlebt hatten. Die Küste von Peru ist an einigen Stellen unfruchtbar, ungesund und wenig bevölkert, die mächtigen Ströme, reißend und gefahrvoll zu überschreiten, durch den Muth aber, der von ihrem Ehrgeiz beseelten Spanier, war ihnen Alles möglich und leicht, und wenn ihnen der Sieg Beute und Ruhm sicherte, war der Triumph ihnen.

Sie gelangten endlich in die Provinz Coaque, und die Bewohner der Hauptstadt überraschend, bemächtigten sie sich der goldenen Gefäße und Verzierungen im Werthe von dreißigtausend Pesos [2] und vieler anderer Reichthümer, die das Mißtrauen, das sie angesichts der unfruchtbaren Gebiete, welche sie durchzogen hatten, gefaßt haben mochten, verschwinden ließen. Voll Vertrauen setzten sie, die ruhigen Einwohner, die sich unterwarfen, oder in das Innere des Landes flüchteten, ungestüm angreifend, ihren Marsch fort. Dieses plötzliche Erscheinen von Fremden, die in ihr Land einfielen, deren Gestalt und deren Sitten ihnen

gleicherweise außergewöhnlich waren, und denen kein Mensch widerstehen konnte, machte auf die Peruaner denselben Eindruck des Schreckens, den es bei den andern Nationen Amerikas hervorgebracht hatte. Kämpfend, siegend und verwüstend kam Pizarro endlich in Pinca und in Tumbez an, wo er seine Truppen rasten ließ und auf Almagro und Luque wartete. Das waren die Männer, das Heer und die Hülfsquellen, womit man die Eroberung eines viertausend Meilen von der Metropole entfernten Reiches unternahm.

Ewiger Ruhm und Ehre solchem Muth und solchem Wagniß! Ewiger Ruhm den Spaniern und der glorreichen Regierung Karl des Fünften, die zur Zeit, als deren siegreiche Waffen den Hochmuth ganz Europa’s demüthigten, auch noch eine neue Welt eroberten und den entferntesten Zeiten eine nie versiegende Fülle von Glück und Seligkeit eröffneten!!!

Kapitel 5.
Peru.

Südamerika zählte im sechszehnten Jahrhundert auf seinem ungeheuren Territorium, von der Landenge von Panama bis zum Kap Horn, eine Unmenge von Volksstämmen und Nationen, die zu jenen Zeiten größtentheils unbekannt waren, ohne daß die Spanier in ihren glorreichen Triumphen weiter als über die Punta Rumena und den Rio Colorado vordrangen. Als Pizarro an den Gestaden des stillen Oceans landete, war das große Reich Peru, das sich von Norden nach Süden, der ganzen Küste des südlichen Eismeeres entlang, fünfhundert Meilen weit erstreckte, und das von Osten nach Westen von den riesigen Gebirgen der Anden, die sich ihrer ganzen Länge nach von einem Ende bis zum andern ausdehnen, eingeschlossen war, die mächtigste und ausgebreitetste Nation.

Ursprünglich war Peru, wie die ganze neue Welt, in herumziehende und unabhängige Stämme eingetheilt, die sich sowohl in ihren Sitten als auch in ihrer grotesken Art und Weise von einander unterschieden. Ohne