Eine ungeheure Menge ging, die Priester begleitend und mit brennenden Fackeln, welche in der dunklen Nacht wie schwermüthige Kometen erglänzten, dem Sinnbild des Mondes, vorausgehend, aus Cajamalca heraus; und ein dumpfes Gemurmel unterbrach die hochheilige Stille und vermehrte die Scheu vor dem prunkvollen Aufwand. Alsbald erkannten die Spanier, daß jene herrlichen Bräuche für die Bestattung der Todten waren, sie verhielten sich aber beobachtend, um einer Kriegslist, die sie bloßstellen konnte, vorzubeugen, und Almagro, der zwanzig Pferde befehligte, ritt ohne Bedeckung aus, um die schöne Coya aufzusuchen und sich vor ihre Füße zu werfen und ihr seine feurige Liebe zu enthüllen.

Von den ersten Stunden der Nacht an hatten viele Peruaner große Gräben ausgegraben, die den Todten zum Begräbniß dienen sollten, und der feierliche Traueraufzug erstreckte sich bis nach jener Art von Verschlägen, um den noch Unbeerdigten eine Ruhestätte zu geben. Einfache Weisen, aber von einer Macht, von einer zauberhaften Erhabenheit, begleiteten die Stimmen zahlreicher Chöre, welche für die Seelen ihrer verstorbenen Mitbürger heiße Gebete an ihren Gott richteten.

Volk.

Lieblicher Aufenthalt des Todes,
In dessen Schatten kein Verbrechen wohnt,
Der Tugend heilig’ Lager fleht dich an,
In deinem Schooß die Tugend thront.

Priester.

Der Erd’ und Himmel du erleuchtest,
Gott, und gebietest weit und breit,
Zu dir flieht der Gerechten Seele,
Bei dir sucht sie Glückseligkeit.

Volk.

Wenn schon als Staub zur Erde du gekehret,
Entflammet dein Gedächtniß das Gemüth,
Dein Dasein schwand nicht wie ein Feuer,
Das in dem Aether nachts erglüht.

Priester.

Ewiger Gott des strahlenden Tages,
Wenn deine höchste Macht entweih’n
Schwächliche Menschen mit Verbrechen,
Mögst du den Sterblichen verzeih’n.