»Ich habe meine Krieger verlassen,« antwortete ihm Coya, »auf daß du mir die wichtigen Geheimnisse enthüllest, welche du mir angezeigt hattest. Sprich
also, die Nacht verfliegt, die fromme Feier ist bald zu Ende und ich muß meinen Posten einnehmen; sprich Sohn der Sonne.«
»Ach Coya« (und er warf sich ihr zu Füßen), »ich liebe dich, ich bete dich an, du hast mein Herz bezwungen, hast meine Ruhe entrissen und mich in die grausesten Qualen gestürzt. Hier in meiner Brust brennt ein Feuer ewiger, unauslöschlicher Liebe; laß dich zum Mitleid rühren....«
»Steh’ auf, verlange nicht, daß meine Thränen auch mit den Deinen fließen. In dem Augenblick, da die Priester ihre Gebete für die Seelen so vieler Peruaner zum Himmel richten, entweihest du die Heiligkeit der Nacht mit Liebesworten!«
»Verzeihe, o Coya! Meine Liebe ist so rein, so heilig wie dieser Grabgesang, beleidige nicht die Sonne, welche du anbetest....«
»Und du liebtest mich und warfest dich mit deinen Gefährten auf unsere wehrlosen Bataillone und verdammtest, Blitze schleudernd, den peruanischen Hof und den Adel zum Tode und beludest den Herrscher von Peru, deinen Bruder, mit Fesseln!«
»Oh! nicht ich war schuld, nein Coya, die heilige Erfüllung der Befehle des großen Königs im Osten....«
»Ich bin auch eine Tochter der Sonne und niemals hat sie mir befohlen, den feierlichen Schwur zu brechen. So eine schwarze Unthat ist in Peru ein Todesverbrechen.«
»Schöne Coya, ich verdiene wenigstens dein Mitleid.«