»Ja, ich schwöre es dir.... Hier wird der Priester unverzüglich sein.«
Almagro ging, um Luque aufzusuchen, der wenige Schritte entfernt seiner wartete, und kehrte mit ihm an das Ufer des Baches zurück, den Coya mit ihren Thränen vermehrte.
»Peruanerin,« sagte der Priester zu ihr, »ich werde über dein Haupt das Wasser des ewigen Heiles ausgießen, wenn du vor diesem Gekreuzigten schwörst,
daß du an dessen ewige Allmacht, daß du an die Geheimnisse und Glaubensartikel glaubst und seinen Namen anbetest.«
»So will es Almagro, ich schwöre es,« erwiderte Coya trostlos.
»Ewige Verdammniß, die Pein der Hölle,« sagte der christliche Priester, »erwarten dich in der zukünftigen Welt, wenn du die Worte Jesus Christus mißbrauchst.«
»Nein, Luque, quäle ihr betrübtes Herz nicht noch mehr; taufe sie im Namen deines Gottes, denn so will es Coya, ich schwöre es dir,« sagte der gefühlvolle Krieger zu ihm.
Endlich mit zum Himmel emporgehobenen Händen, auf die Kniee niederfallend, empfing die Schöne das Wasser der Taufe und sagte das Glaubensbekenntniß her, welches ihr Luque befahl.
Dann zog sich der Diener Gottes gegen die Zelte zurück und Almagro begleitete die unglückliche Peruanerin, welche, um nicht die Aufmerksamkeit Vericochas, Huascars und aller Bewohner Cajamalcas auf sich zu ziehen, ihren Kummer ein wenig gestillt und ihre Thränen getrocknet hatte, bis nach der Stadt.
In dieser Nacht verzeichnete das Christenthum im Süden der neuen Welt seinen ersten Sieg; die Prophezeihung der heiligen Schrift, welche den Triumph des Kreuzes bei allen Religionen verkündigte, fing an, im sechszehnten Jahrhundert glänzend an den Küsten zu erstrahlen, und die herrlichen Tempel der Sonne erzitterten in jenem Augenblicke, wie wenn sie von einem heftigen Erdbeben erschüttert würden.