mich nimmermehr für einen Schwächling, noch Verbrecher.«
»Nimm meine Bedingungen an und du wirst der bevorzugte Vasall des großen Königs, Karls V., sein und deine ewige Erlösung finden.«
»Ich, Tributpflichtiger eines räuberischen Königs und Anhänger eines Gottes, den ich nicht kenne, dessen Söhne ihr aber seid!!...«
»Gotteslästerer, erzürne nicht die Strahlen, die schon in seiner Rechten zucken.«
»Einst, eines Tages, hielt ich dich für einen Sohn der Sonne und für meinen Bruder; aber nein, du stammst nicht von der Sonne, du wirst von der schwarzen Hölle stammen.«
»Ich gebiete den Strahlen, ich bin unverwundbar. Fordere nicht meinen Zorn heraus.«
»Ruhig kann ich deine Anmaßung beschimpfen.«
Trotz seiner wilden Gemüthsart ließ Pizarro den Inka in Mitten des Taumels zurück, und schritt, um sich mit seinen Gefährten zu vereinigen, zur endgültigen Inangriffnahme seiner Pläne. Ocollo, die den Erfolg vernahm, überließ sich dem tiefsten Schmerz und den heftigsten Thränen. »Ich,« wiederholte sie, »soll mich den barbarischen Liebkosungen deines Zerstörers hingeben, und soll dich das Verbrechen, deinen Gott und dein Vaterland zu verrathen, beweinen, oder dein Blutgerüst sehen....« Und ihr Angstgeschrei drang bis zum Himmelsgewölbe.... Augenblicklich gewahrte man im Lager die unverhoffte Veränderung, die sich wie ein Lauffeuer der Stadt mittheilte. »Der
Loskauf ist grausam übertreten worden,« war der allgemeine Ruf, der in Cajamalca und im Heere ertönte.... Vericochas und Huascar hatten, obschon sie nicht im Vertrauen schliefen, ebensowenig einen so verhängnißvollen Ausgang erwartet, und sie marschirten, wenngleich sie die Gefahr kannten, welche sie bedrohte, auf Pizarros Zelt zu und offenbarten ihm ihr Erstaunen; aber der Eroberer ertheilte unabänderliche Befehle.
Sehnsüchtig suchte Coya ihren Almagro, indem sie ihn einen treulosen Verführer nannte.