Zweihundert Mann baten um ihren Urlaub und zogen nach Tumbez und San Mateo; und noch verblieben im Lager weitere zweihundert, die mit den achthundert von Fernando Zugeführten, nach dem kühnen Anführer, eine genügend starke Streitmacht bildeten, um auf Cuzco loszumarschiren. Ein Theil der Kriegsmacht mußte in Cajamalca gelassen, und um die Mittheilungen der Hauptstadt und der Kolonieen zu sichern, und sich der bei den Ausgrabungen der Bergwerke beschäftigten unglücklichen Sklaven zu versichern, bis zur Eroberung ausgedehnt werden.

Hundert Mann besetzten Cajamalca, und weitere hundert Mann erstreckten sich, da Pizarro noch achthundert blieben, welche das Heer oder die Operationsdivision bilden sollten, nach Tumbez und an die Küste.

In wenigen Tagen wurden die Zurüstungen und Vorräthe besorgt, und die kühne Abtheilung war bereit, auf die Hauptstadt des mächtigen Reiches loszumarschiren. An den glatten Rüstungen und den blinkenden Waffen erglänzte die Pracht des herrlichen Thrones Karls des Fünften, und auf den runzligen und schwermüthigen Stirnen zeichnete sich der religiöse Fanatismus des sechszehnten Jahrhunderts mit seinen schwarzen Merkmalen ab.

Kapitel 17.
Cuzco.

Reich an unbedingt nothwendigen Vorräthen, gewährte das Lager von Cajamalca der Feldzugsabtheilung alle nöthigen Hülfsquellen, und die an Mineralien reichen Gebirge, welche es umgaben, hatten ihnen ebenfalls genügend Salpeter und Geschosse geliefert, um an großartige Unternehmungen zu denken. Viertausend [unglückliche] Sklaven, welche unter den gebieterischen Befehlen Pizarros seufzten, sollten als Lastthiere für die Transporte dienen, so daß die Expeditionsdivision die ganze Beweglichkeit hatte, welche der thätige Eroberer und die augenblickliche Nothwendigkeit beanspruchten. Dem tapfern Kapitän Manuel Ojeda wurde mit hundert erprobten Soldaten, welche sie besetzten, der Oberbefehl der Stadt übertragen, und von seinen Befehlen abhängige Unteroffiziere sollten, um den Nachtrab geschützt zu halten, die Landungen zu erleichtern und die Mittheilungen mit den Kolonieen und der Metropole zu sichern, die Detachements befehligen, welche sich nach Tumbez und San Mateo

erstreckten, und so eröffneten die todesmuthigen Abenteurer mit großem Lärm und Geschrei, nicht wie wenn sie in den Kampf zogen, sondern wie wenn sie bereits unter den Ueberbleibseln der Beute den Sieg anstimmten, ihre Bewegung auf Cuzco.

Das peruanische Heer war unter dem Befehle des allgemein zum Nachfolger des Inkas und Oberhaupt des Reiches anerkannten Huascars in Cuzco eingezogen, wo es, durch neue Truppenaushebungen verstärkt, zu einer nach ihrer Art Kriegsführung vollständig ausgerüsteten Streitmacht von siebzigtausend Mann anwuchs. Die von den Eindringlingen in Cajamalca begangenen Gewaltthätigkeiten waren ihnen wohl bekannt, sie wußten um die Opfer, welche dieselben bei den Nachgrabungen der Bergwerke und der Führung der Transporte hinmordeten; sie kannten das unbillige Gesetz, welches sie zur Sklaverei und dazu verdammte, ihren süßen Glaubenslehren zu entsagen, oder in den Flammen zu sterben, und das ganze von Huascar beseelte Heer war entschlossen, eher auf dem Schlachtfelde zu sterben, oder unter den Trümmern von Cuzco zu versinken, als Sklaven der von Osten Gekommenen zu sein. Eine ansehnliche Versammlung von Aeltesten trug mit ihrem Rathe zur Regierung des Reiches bei; und Vericochas, im Namen der Sonne, in der Sprache der Götter, nicht mit der des Todes und des Verderbens, zu den Peruanern redend, entzündete sanft die Gemüther, eher rühmliche Opfer zu werden, als den Wohlthätigkeiten des leuchtenden Gestirns undankbar zu sein.