4. Das peruanische Reich bezahlt an den großen Beherrscher im Osten jährlich hundert Viertelzentner Gold und zwölf Tausend Silber.
5. Die Spanier können in Peru frei kaufen und verkaufen.
6. Auswechselung der Gefangenen.
»Das sind die Uebereinkünfte,« wiederholte Huascar, »an den Artikeln darf nichts geändert werden; wenn ihr den Frieden wollt, wenn Almagro die Schwüre gewährleistet, werden Tod und Verderben aufhören; wenn ihr aber unsere Schande sucht, erklären wir euch den Krieg, bis wir in den Staub versinken.«
Bedächtig schrieb Almagro die Artikel nieder und rief in der Rathsversammlung aus: »Der Frieden ist eurer und des großen Herrschers im Osten würdig, ich nehme ihn an; ich werde darnach trachten, daß meine Gefährten ihn vor dem heiligen Evangelium beschwören, und alsdann wird Almagro dessen Unverbrüchlichkeit verantworten. Aber Peruaner, ein einfaches Mittel bietet uns das Schicksal an, um unsere Bande zu umschlingen; Ocollo seufzt in der Wittwenschaft, Pizarro vergöttert sie; die Schöne gebe ihm vor dem Altare den süßen Namen eines Gatten.«
»Dem Mörder Atahulpas,« schrie Ocollo auf, »ich kann ihn nur verabscheuen....«
Vericochas bestätigte, daß in Peru die Liebe unverbrüchlich sei, daß es einzig Ocollo anginge, dem Krieger zu antworten. »Ich verabscheue ihn,« wiederholte sie. »Sage Pizarro, er solle seine Liebe ersticken,« brach Huascar aus, »daß das Reich nicht über die Herzen befiehlt, daß Ocollo ihn nicht lieben kann.«
Tausend rührende Betrachtungen stellte Almagro an den Senat, aber auf der Stirne Ocollos erglänzte der Abscheu, den ihre Seele zu Pizarro hatte, und es war kein Abkommen möglich, weil die Peruaner die Schöne niemals zum Opfer ihrer Angelegenheiten machen
würden. Nachdem der Spanier Huascar, Vericochas und den Räthen tausend zärtliche Umarmungen ertheilt, bat er sie, ihm zu gestatten, auch die Gefangenen zu umarmen; er weinte innig mit ihnen, versprach ihnen, daß sie bald in ihr Lager und in ihr Vaterland zurückkehren würden, und fröhlich ging er aus der Stadt, um die Uebereinkünfte mit seinen Gefährten zu behandeln.