»Ich bin nicht ganz sicher,« erwiderte ich auf die Worte des Alten, »ob es wirklich solche Wesen gibt.«
»Dann sind Sie ein größerer Narr als ich je einen gesehen habe. Guten Abend!«
Und er bewegte sich langsam gegen die Tür zu, an der mein Stuhl stand.
»Gehen Sie noch nicht, ich wünsche noch Aufklärung von Ihnen«, sagte die Dame. »Meinen Sie nicht auch?« wandte sie sich dann an mich, während sich auf ihrem Gesicht, besonders in ihren Augen, ein auffallender Ernst ausdrückte. »Ich glaube, er sollte seine Behauptung beweisen und uns nicht in diesem Zustand der Ungewißheit lassen. Das ist grausam!« Und wie sie so sprach, traf ihr Auge das meine und blieb daran haften, wie wenn die sich treffenden Blicke aneinander gefesselt wären.
Es muß einen magischen Einfluß in der Seele geben, der nur bei sehr seltenen Anlässen in Wirksamkeit tritt; warum hätte sonst ihr Auge meinen Blick für zehn Minuten so gebannt, daß ich mich nicht bewegen konnte? Endlich war dieser faszinierende Zauber vorüber, ich wandte meine Augen ab und antwortete:
»Gewiß; er sollte es uns erklären; und natürlich werden Sie«, so suchte ich den Mann zu überreden, »es gerne erklären …« Aber: Es war niemand mehr da! Keine Spur, daß er jemals dagewesen war. Er war fort – vollständig verschwunden – nicht durch das Fenster, denn von dort waren siebzig Fuß bis zur Straße – außerdem war es vor etwa vier Monaten unten zugenagelt worden – auch nicht durch die Tür, denn mein Stuhl und mein Rücken versperrten sie!
Mein Besuch fiel in Ohnmacht und stürzte vornüber zu Boden.
Ich wohnte damals in Charlestown und an jenem Abend erreichte ich mein Heim ziemlich früh. Nicht, daß ich Furcht empfunden hätte, o nein, aber weil mir meine Wohnung gemütlicher erschien als das Bureau; denn das Wetter war bitter kalt und windig. Immer fort traf den fröstelnden Wanderer, der seinen Weg dahintrabte, der Wind gerade ins Gesicht, gleichgültig, welche Richtung er gerade einschlug, denn ein Bostoner Schneesturm bläst immer von allen Seiten zugleich.