Fig. 163. Französischer Einband mit Streumuster, gefertigt für Anne de Bretagne. Anfang des 17. Jahrh. (Nach Cundall.)
Diese blumige Zierweise mit ihren niedlichen Formen erscheint in der verschiedensten Anordnung auf Einbänden, die für die Schwester Heinrichs III., spätere Gemahlin Heinrichs IV., Margarete von Valois, angefertigt sind, und nach ihr wird die Gattung als Margaretenband bezeichnet. Zu derselben Zeit treten auch die mit kleinen Motiven, Blümchen, Lilien, Kronen und dergl., »überstreuten« (semés-) Decken auf.
Unser Beispiel ([Fig. 163]) zeigt eine schräge Füllung der Ecken, die ebenfalls sehr zierlich gemustert ist, und ein ebenso gehaltenes Mittelstück, das gewissermaßen in der überstreuten Fläche schwimmt. Die Anordnung greift, wie man sieht, wieder zurück auf das persisch-maurische Schema.
Fig. 164. Einband mit Punktstempeldruck von Florimond Badier. Paris 1641. Roter Maroquin. (Nach Gruel.)
Fig. 165. Punkt-Stempel (pointillés). 17. Jahrhundert.