Fig. 166. Teil einer Einbanddecke von Le Gascon. 17. Jahrhundert. Museum zu Düsseldorf.
Fig. 167. Stempelformen vom Anfang des 17. Jahrh.
Fig. 168. Spitzenstempel. 17. Jahrhundert.
Von italienischen Bänden aus jener Zeit geben wir ([Fig. 160]) ein Beispiel, in welchem die Art der Majolibände freilich in ziemlich steifer und harter Formbehandlung mit dem Eve’schen Zweigmotiv in eine nicht sonderlich organische Verbindung gebracht ist. Die Arbeit an diesem Einbande ist an sich eine vortreffliche. Die Felder sind in gelb, braun und schwarz auf rotem Grunde ausgelegt, die Blätter des Gezweigs, wie immer bei dieser Art der Verzierung, einzeln angedruckt.
Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts erreicht der französische Einband die Höhe der technischen Vollendung, welche den deutschen Einband schon vorher auszeichnete. Der äußere Schmuck des Buches dehnt sich fernerhin auch auf den Schnitt aus, dessen vergoldete Fläche mit den Punzen gemustert oder auch bemalt wird. Einen Schritt weiter that man noch mit der »Doublure«, der Verzierung der Innenseite beider Deckel durch Linien- und Stempelvergoldung, auch hier dem orientalischen Vorbilde folgend.
Fig. 169. Deutsche (a), französische (b) und italienische (c) Schneckenstempel.