Fig. 18. Buch, für Pappband abgepresst.
Etwas abweichend ist das Verfahren des Abpressens bei Halbleinwandbänden, die namentlich für Schulbücher der Billigkeit halber verwendet werden. Die Art der Verbindung des Buchkörpers mit der Decke, von der später die Rede sein wird, macht das scharfe Hinübertreiben der seitlichen Rückenteile überflüssig und nicht einmal wünschenswert. Der Rücken wird deshalb nicht mit dem Hammer bearbeitet sondern nur so weit gerundet, als dies durch das Abpressen sich von selbst ergibt (Vergl. [Fig. 17] u. [18]).
Für den Großbetrieb empfiehlt es sich, sowohl zum Runden des Rückens wie zum Abpressen sich der Maschinen zu bedienen, die zu diesem Zwecke in Leipzig und an anderen Orten gebaut werden. ([Fig. 19] u. [20].)
Seine fernere Zurichtung erhält der Buchkörper nun durch das Beschneiden, sofern nicht etwa die rauhen Ränder stehen bleiben sollen, wie es von manchem Bücherliebhaber, der auf breite Ränder hält, beliebt wird. In manchen privaten Bibliotheken, namentlich in England, findet man die Bände nur oben mit einem Goldschnitt versehen, während seitwärts und unten die Ränder unbeschnitten sind.
Die ursprünglich allgemein übliche, am nächsten liegende Art des Beschneidens geschah mittelst Messer und Lineal. Indes kam schon im 15. Jahrhundert der Buchbinderhobel in Gebrauch in der Form des sog. Scheibenhobels. Bei diesem besteht das Messer aus einer runden, ringsherum geschliffenen, 8 cm im Durchmesser haltenden Scheibe, die den Vorteil bietet, daß man durch Drehung eine stumpf gewordene Stelle durch eine scharfe ersetzen kann. Zweckmäßiger ist der in dem laufenden Jahrhundert in Gebrauch gekommene Zungenhobel, der seinen Namen von der zungenförmigen Gestalt der einseitig spitzgeschliffenen, 1–2 cm breiten Klinge hat, weil er ein rasches Wechseln der Klinge, wenn diese stumpf geworden ist, ermöglicht.
Fig. 19. Rückenrundemaschine von Fomm in Leipzig.
Fig. 20. Abpressmaschine von Chr. Mansfeld in Leipzig.