Die Einrichtung des Hobels und seine Handhabung wird aus der beigegebenen Abbildung ([Fig. 21]) zur Genüge ersichtlich. An dem unteren Pressbalken ist eine Schiene angebracht, an welcher der hintere Backen des Hobels hergleitet. Der Vorderbacken trägt die Zunge und wird mittelst eines Schraubengewindes während des Hin- und Herfahrens langsam gegen den Hinterbacken hin bewegt, so daß das Messer immer tiefer in die Papierlage einschneidet, während die abgeschnittenen Späne unten herausfallen.
Jedes gerundete Buch, muß vor dem Beschneiden »aufgebunden« und wieder gerade gerichtet werden. Man schlingt deshalb ein breites Band etwa 2 cm vom Rücken entfernt fest um das Buch herum, und stößt dieses am Rücken wieder gerade. An den Bünden muß man dabei durch Zurückziehen derselben, sowie durch Klopfen mit dem Hammer auf die Mitte des aufgestellten Buchrückens nachhelfen, bis der Band am Vorderschnitt wie am Rücken völlig gerade geworden ist. Ist dies der Fall, so wird das »aufgebundene« Buch zwischen die Pressbalken gebracht und geradegerichtet.
Fig. 21. Beschneiden des Buches.
Fig. 22. Einsetzen des Buches mit dem Sattel.
Am Vorderschnitt wird nun ermessen, wie weit man mit dem Abschneiden gehen will. Selbstverständlich nimmt man, um die Ränder so breit wie möglich zu lassen, nur so viel ab, wie eben erforderlich ist, um alle Blätter mit dem Messer zu treffen. Das abzuschneidende Stück wird mit dem Zirkel genau »abgestochen« und die Schnittseite genau abgerichtet. Statt des Zirkels benutzt man auch ein sog. Punktiereisen. Dasselbe, aus einer schmalen, mit stellbarem Stift versehenen Eisenschiene bestehend, ist jedoch nur noch wenig im Gebrauch. Zu demselben Zweck dient auch der sog. Sattel, dessen Einrichtung aus der beigefügten Abbildung ([Fig. 22]) ersichtlich ist und der, wie folgt, verwendet wird.
Das zuerst abgestochene, d. h. abgezirkelte Buch wird eingesetzt, die Presse festgedreht und auf der Rückseite der Sattel auf dem Rücken des Buches eingestellt und festgeschraubt. Man hat dann nur nötig, je einmal oben und unten am Rücken den Sattel aufzusetzen und das Buch gegen denselben anzustoßen, um ohne jedesmaliges Abstechen sämtliche Bände genau in derselben Breite zu beschneiden. Außerdem aber zeigt der Sattel noch, ob das Buch winkelig oder etwa nach einer Seite schräg verschoben ist. Diese Arbeit wird mit Absatteln bezeichnet.
Der Hobel wird gegenwärtig, in Deutschland wenigstens, nur noch beim Kleinbetriebe gebraucht. Der Großbetrieb bedient sich dagegen der Beschneidemaschine, die eine ähnliche, als Sattel bezeichnete Vorrichtung hat. Derselbe wird dabei mittelst einer Kurbel eingestellt, der Pressbalken alsdann niedergelassen und das Messer entweder mittelst einer Hebelvorrichtung oder auch mittelst eines Schwungrades in Bewegung gesetzt. ([Fig. 23] u. [24].)
Neuerdings sind an den Beschneidemaschinen noch Vorrichtungen angebracht worden, die das selbstthätige Ausrücken und die selbstthätige Pressung bewirken, mit Maß am Sattel u. s. w. Jeder Fabrikant sucht darin Neues zu leisten und die Konkurrenz zu überbieten; doch erhöhen die Zugaben den Wert des Werkzeuges nur wenig, verteuern es aber um so mehr.