Fig. 29. Italienischer Zierschnitt des 16. Jahrhunderts.

Fig. 30. Gemalter Zierschnitt. Frankreich, 17. Jahrh.

Die liebevolle Sorgfalt, welche das 16. Jahrhundert, die Zeit der Renaissance, auf den Schnitt verwendet, läßt im 17. Jahrhundert allmählich nach. Die Zeichnung des Ornaments vergröbert sich, immerhin werden die Schnitte aber wenigstens noch an den Ecken und am Kapital verziert. In [Fig. 27–31] geben wir einige Zierschnitte des 16. und 17. Jahrhunderts in Abbildung.

Gegen Ende des 17. und im 18. Jahrhundert verschwindet nach und nach der gemalte Schnitt, die Punzierung wird nachlässiger und an deren Stelle tritt der Stempeldruck. Die Ornamentierung wird dabei von dem Geschmack der Zeit (Rokoko) beeinflußt, zeigt indes häufig noch klare, auf geometrischer Einteilung der Fläche beruhende Formen, wie aus der Abbildung ([Fig. 32]) zu ersehen ist.

Fig. 31. Gemalter Zierschnitt. Sachsen, 17. Jahrh.

Fig. 32. Gepunzter Zierschnitt. Deutschland, 18. Jahrh.