Fig. 94.

Innere Kantenvergoldungen.

Der Arbeit voraus geht wieder der Entwurf, der, wenn er nicht ganz einfacher Art ist, wie beim Rücken, zu Papier gebracht wird. Nachdem man die geraden Linien mit Bleistift gezogen hat, läßt man das zur Verzierung dienende Werkzeug, Fileten, Stempel, Rollen, über der Flamme einer Kerze anrußen und druckt damit die Verzierung auf das Papier. Dies Verfahren ist dem Druck mit Druckerschwärze vorzuziehen, da diese die feinen Gravierungen leicht vollschmiert und nicht so leicht zu entfernen ist wie Ruß.

Dem Entwurfe gemäß, mag er nun bloß im Kopfe oder auf dem Papier vorhanden sein, werden alle Linien mit einem Stellzirkel parallel mit der Kante vorgestrichen. Wo Doppel- oder Dreilinien in Frage kommen, wird stets nur die äußere vorgezeichnet. Nun werden alle Linienrollen genau mit Gehrungsansatz in den Ecken lau vorgedruckt, danach folgen die Punktlinien und Fileten, zuletzt die Stempel. Gemusterte Rollen werden nicht vorgedruckt, da ein genaues Nachdrucken derselben kaum möglich ist.

Beim Vordrucken des Spiegels verfährt man ebenso wie beim Vordruck des Rückens, indem man, wo es nötig ist, eine Papiermuster benutzt und die Stempel hindurchdruckt.

Vor dem Vordrucken und nach dem Vergolden werden Kanten und Spiegel stets abgeglättet.

Fig. 95. Spiegel mit unsymmetrischer Mittelverzierung.

Fig. 96. Spiegel mit eingesetztem Rahmen und freiem Mittelfelde.