Bei breiten Kanten werden die Fälze aus dem zum Überzug verwendeten Leder gebildet, und wie die anderen drei Kanten vergoldet. Das Vergolden dieser hinteren Kanten erfordert eine Unterstützung des Deckels bis in den Falz hinein. Man bedient sich dazu eines mit Tuch bezogenen Unterlagsbrettes, das an einer Kante schräg ausgekehlt ist
und sich mit der Kehlung hart bis an den Rücken heranschieben läßt. Unter allen Umständen liegt das Buch, um keinen Schaden zu leiden, beim Vergolden auf einem mit weichem Tuch überspannten Brett oder Pappdeckel.
Fig. 97. Spiegel mit eingesetztem Rahmen und freiem Mittelfelde.
In [Fig. 89 bis 94] geben wir sechs verschiedene Kantenvergoldungen und in [Fig. 95 bis 100] sechs Entwürfe zu inneren Deckelvergoldungen, von denen sich [Fig. 99] und [Fig. 100] übrigens auch zur Verzierung der Außenseiten eignen.
Bevor die Vergoldung der äußeren Decke an die Reihe kommt, werden auch noch die sog. Stehkanten des Deckels, die schmalen äußeren Ränder mit einer feinen Linie, einer Doppellinie oder einer Tippellinie bedruckt. Will man ein übriges thun, so bedruckt man die den Ecken zunächst liegenden Stellen auf 3 bis 4 cm Länge mit einer Bundfilete und die übrigen Teile mit einer glatten oder punktierten Linie.
Fig. 98. Spiegel mit gestirnter Fläche und kleinem Mittelstück.
Für den Druck des äußeren Deckels gelten bezüglich des Übertragens der Zeichnung, des Auswaschens und Grundierens dieselben Vorschriften wie für den Druck der Innenseiten, bez. des Rückens.