Ich fasse das zusammen: Räumliche Absonderung der tüchtigsten Menschen behufs Reinzucht kann heute aus folgenden Gründen nicht mehr in Frage kommen: 1. Handel, Verkehr und die Notwendigkeit der Teilnahme an den Kulturgütern machen es unmöglich. 2. Sittengesetz und insbesondere der Humanitätsgedanke verbieten es.
Geschlechtliche Zuchtwahl und Instinkt, nämlich der für den geeigneten Gatten, worauf ich später zu sprechen komme, sind aber beim Menschen völlig gesicherte Mittel zur Herbeiführung von Auslese und Reinzucht. Ferner unterstehen auch die Keime in gewissem Grade dem Einfluß des bewußten Willens.
Kurz: Diejenigen Prinzipien der Deszendenztheorie, die anfechtbar sind, scheiden hinsichtlich der menschlichen Rassenzucht entweder aus oder verlieren hier ihre Ungewißheit und erlangen bezüglich des menschlichen Problems Zuverlässigkeit.
Es werden also hierbei diejenigen Faktoren verwertet, die entweder überhaupt feststehen, oder es doch wenigstens bezüglich des Menschen tun.
Demnach erhalten wir folgende Tafel von Grundsätzen für die menschliche Rassenzucht:
1. Das gute Material in Gestalt tüchtiger spontaner Variationen.
2. Ihre Erblichkeit.
3. Genügende Fruchtbarkeit.
4. Geschlechtliche Auslese der geeigneten spontanen Variationen.
5. Ihre Reinzucht.