17. Moralischer Mut.
18. Innere Freiheit.
[b) Die körperlichen Eigenschaften.]
Die körperlichen Merkmale, die der Auslese und Reinzucht unterworfen werden sollen, sind Gesundheit und Schönheit.
Dabei bedeutet »gesund« nicht etwa »robust« und äußerlich von Kraft strotzend. Vielmehr ist eine gewisse Feinheit des Baues ein Zeichen der Vollkommenheit. Gesundheit ist also hier im reinen Sinne des Wortes zu nehmen, als Freiheit von Krankheiten und erblichen Nachteilen, insbesondere hinsichtlich des letzteren Punktes von Tuberkulose, Syphilis und Gehirnanomalien. Gesundheit muß in körperlicher Hinsicht die Grundlage der Rassenzucht bilden.
Hinsichtlich der Schönheit des Körpers können in weitgehendem Maße die Skulpturen der Griechen Anerkennung finden. Doch muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß in den Gesichtern jener Statuen die Abwesenheit von Charakterausdruck auffällt: die Griechen stellten die reine Schönheit als solche dar. Das erklärt jene Erscheinung. Demnach werden wir die Gesichter ihrer Statuen nicht in allem als maßgebend ansehen können. Die griechische Kunst ist ein absoluter Idealismus,[23] also Idealismus des Schönen. Wir dagegen verlangen mit Recht im Gesicht des Mannes auch den Ausdruck des Charakters und der Geistesgröße, wie ihn ein scharfes Profil, feste Züge, hohe Stirn zuwege bringen, und wie er sich tatsächlich bei den großen Männern findet.[24]
Bei den Statuen von Frauen finden wir bei den Griechen, ebenso wie bei denjenigen von Männern, das wohlbekannte »griechische Profil«: gerade Nase, die sich unmittelbar in die gerade Stirnlinie fortsetzt. Zugleich ist aber die gerade Stirne nicht auch eine ganz senkrechte, sondern neigt sich leicht zurück. In der Tat könnte das »griechische Profil« nicht mit Schönheit in Einklang gebracht werden, wenn dies nicht so wäre. Denn bei senkrechter Stirne würde die Nase, wenn sie nicht aus der Fortsetzung der Stirnlinie hervortreten soll, zu weit in das Gesicht eingerückt werden müssen und daher dieses unschön erscheinen. Betrachtet man aber moderne Frauen und Mädchen der weißen Rassen, so findet man fast allgemein, daß sie eine ganz senkrecht emporsteigende Stirne haben. Dabei tritt die Nase etwas hervor und verläuft, auch wenn sie selbst gerade ist, nicht genau in der Fortsetzung der Stirnlinie wie bei den Skulpturen der Griechen. Diese senkrechte Stirne aber verleiht dem weiblichen Gesicht etwas Hoheitsvolles und Edles: sie ist nichts anders als der ästhetische Ausdruck des sittlich Reinen. Biologisch wird sie zurückgeführt auf das Stehenbleiben des weiblichen Kopfes auf kindlicher Entwicklungsstufe.[25]
Beim Weibe werden wir also abweichend von den Griechen, zwar nicht wie beim Manne scharfe Gesichtszüge, wohl aber die senkrechte Stirn unter Verzicht auf das rein griechische Profil verlangen. Denn die senkrechte Stirnlinie deutet Charakter an, und zwar den mehr passiven Teil desselben, die edle Gesinnung und Reinheit, während die scharfen Gesichtszüge beim Manne mehr die aktive Seite des Charakters, die Energie und Willenskraft ausdrücken.
Wie einerseits die Erfahrung uns gezeigt hat, daß die größte geistige Höhe, das Genie, nur beim Manne vorkommt, so lehrt sie nunmehr anderseits, daß die maximale Entfaltung von Körperschönheit auf das Weib beschränkt ist. Die Richtigkeit davon wird durch eine Reihe von Tatsachen bestätigt. So achten Männer gegenseitig aneinander Genialität, Frauen aneinander Schönheit als die höchste Gabe ihres eigenen Geschlechts. Umgekehrt fühlt sich der Mann am meisten von Frauenschönheit, das Weib hauptsächlich von hoher geistiger Begabung des Mannes angezogen. Wenigstens gilt das Letztere für höhere Kulturvölker, während auf primitiveren Stufen körperliche Stärke und physischer Mut ihr am meisten imponieren. Übrigens entspricht auf höherer Stufe die Kraft des Geistes derjenigen des Körpers auf niederer.