[3. Genügende Fruchtbarkeit.]
Je größer die Fruchtbarkeit ist, desto mehr verschiedene spontane Variationen werden entstehen. Je mehr aber dies letztere der Fall ist, desto größer wird wiederum die Aussicht für das Vorhandensein von wertvollen unter ihnen sein. So hat denn auch wahrscheinlich für die Bildung der Menschenrassen und verschiedenen Tierformen ein starker Geburtenüberschuß in der Vergangenheit eine bedeutsame Rolle gespielt.
Bei dem hier zur Hervorbringung einer höheren Menschenform vorgelegten Plane könnte jedoch die Forderung von überschüssiger Fruchtbarkeit weitgehende Einschränkung erfahren, weil die planvoll, dauernd und bewußt durchgeführte Gattenwahl allein schon die Entstehung hochwertiger Varianten gewährleistet. Dennoch darf man in der Herabsetzung der Geburtenziffer selbstredend nicht zu weit gehen: ein nicht allzu kleiner Geburtenüberschuß bleibt immerhin wünschenswert. Denn das ist ja gerade ein Unglück für die Kulturvölker, daß die höheren Klassen so wenig Kinder haben im Vergleich zu den unteren. Außerdem findet ein fortwährendes Abströmen der besten Elemente, namentlich vom Lande, nach den höheren sozialen Schichten statt, in denen sie, bezw. ihre Nachkommen, bald die Gewohnheiten der neuen Umgebung annehmen. Darin liegt denn in der Tat ein unleugbarer degenerativer Einfluß: es ist eine Art Aufsaugung und Ausscheidung des besten Materials. Auch hierin müßte die neue Lebensordnung also gründlichen Wandel schaffen. Doch würde sie dann mit der Malthus'schen Lehre, selbst bei Annahme der vollen Gültigkeit derselben, nicht in Konflikt geraten: denn es sollen sich nur die tüchtigsten Individuen stärker fortpflanzen und die minderwertigsten mehr oder weniger davon abgehalten werden. Übrigens wird jene Lehre ja neuerdings auch stark angefochten. Auch liegt keineswegs im Gesagten eine übermäßige Inanspruchnahme der Frau.
[4. Auslese und Reinzucht.]
[a) Mittel, durch welche die Auserlesenen einander als solche erkennen können.]
Soll der Plan, durch Auslese der Vollkommensten und Reinzucht zwischen ihnen eine höhere Form des Menschen hervorzubringen, praktisch ausführbar sein, so müssen die geeigneten Partner einander als solche erkennen können. Ich deute daher einige Mittel an, die dazu dienlich sein dürften, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
1. Anlegung von Stammbäumen der geistigen Aristokratie seitens der Gemeinden, in welche die Partner Einblick zu ihrer Vergewisserung über ihre gegenseitigen erblichen Eigenschaften nehmen könnten. Natürlich müßten diese Stammbäume zugleich auch über den körperlichen Zustand der Vorfahren Aufschluß geben.
2. Beobachtungen der Leistungen und des Vorlebens des Partners. Daraus sind gewisse Schlüsse auf seine geistigen Eigenschaften möglich.
3. Einprägung der Merkmale der Geistesgröße, wie sie in der betreffenden Tafel niedergelegt sind.