„Wie dunkel wird es jetzt wieder werden.“
„Aber Helene, mein braver Philosoph.“
„Du hast Recht. Wir haben Licht in uns. Überdies leuchtet ja jetzt ein Licht vor mir heller wie die Sonne.“
Er drückte sie zärtlich an sich. Helene fühlte eine Seligkeit, von deren Existenz sie bisher nichts geahnt hatte.
Schon nach wenigen Tagen schrieb Savade folgenden Brief an Lamondt:
„Mein guter Lamondt, liebster Freund!
Es hat sich etwas ereignet, von dem ich wohl möchte, daß Du es von niemand anderem eher hörst als von mir. Nachdem ich so angefangen habe, ist es mir unmöglich, weitere Vorreden und Umschweife zu machen. Ich muß es Dir direkt sagen: Am Xten dieses Monats habe ich mich mit Helene verlobt, und wenn Du diese Zeilen erhältst, so sind wir vielleicht schon Mann und Weib.
Wir sind übereingekommen, jene geistigen Ziele, die doch das Höchste sind, dem der Mensch hienieden leben kann, gemeinschaftlich zu verfolgen.
Ein Gedanke ist mir fürchterlich. Mir ist, als ob ich unsere Freundschaft beschmutze, wenn ich darüber rede. Mir ist aber auch, als ob ich unsere Freundschaft beschmutze, wenn ich darüber schweige. Lamondt, Du glaubst doch nicht, daß die Scheidung Deiner Frau von Dir etwas mit diesem Ereignis zu tun hat! O Gott, ich drücke mich so plump aus, aber wie soll ich anders reden, um deutlich zu sein.