Bald nach Anwendung der Mittel trat Ruhe ein, so daß der Arzt sich entfernen konnte. Aber wohl eine Stunde noch kniete Helene am Bettchen des Kindes unbekümmert um die Hochzeit und den wartenden Prediger.

Da endlich trat ruhiger Schlaf ein. Sie ging hinunter, um sich festlich anzukleiden. Savade raunte ihr zu:

„Ist es nicht besser, bis morgen zu verschieben? Gäste sind ja nicht da.“

„Nein!“ erwiderte sie rauh. „Das ist mein Hochzeitstag.“

„Unser Hochzeitstag, Helene.“

Sie fiel ihm weinend um den Hals.

Er fuhr fort: „Wie sollen wir rein werden, wenn wir nicht geläutert werden. Jedes Ding, mag es noch so böse sein, können wir doch immer so auffangen, daß es zum Vorteil für uns ausschlägt. Auf das Auffangen kommt es an, Helene, auf das Auffangen. Ich fürchte, Du hast den Streich nicht mit geradem Denken aufgefangen.“

Sein Ton war fast scherzhaft geworden. Durch Tränen lächelnd sah sie hoch. Der innere Friede war wieder hergestellt.