Als sie nun eines Tages ihr Bild im Wasser sah, dachte sie:
„Wie schön muß ich sein, daß ein so großer Rishi wie Valmika, alles vergißt und in Liebe an mir hängt.“
Sofort freilich kam ihr die Reue und die Furcht vor diesem schlechten Gedanken und sie versuchte, ihn schleunigst zu verneinen. Aber eine der beiden Dämoninnen, welche der Gottheit jenes Feigenbaumes ihre Hilfe versprochen hatte, hatte bereits die Rauhigkeit, welche sich mit diesem schlechten Gedanken am Herzen der jungen Königstochter gebildet hatte, benutzt, um ihre Krallen einzuschlagen. So kam es, daß sie, anstatt diesen schlechten Gedanken zu verneinen, ihn noch einmal bejahte. Und sofort krallte sich die andere Dämonin gleichfalls ein.
Weil sie nun damit Macht über sie bekommen hatten, gesellten sie sich zu ihr in Gestalt ihrer beiden Kammerfrauen, stiegen mit ihr ins Bad und kamen beide genau in der gleichen Gestalt wie die junge Königstochter heraus.
Als nun Valmika wie immer sein Weib nach dem Bade erwartete, trat sie ihm dreifach entgegen und jede der drei herzte und küßte ihn ebenso feurig, ebenso innig, ebenso ehrlich wie die beiden anderen.
Da merkte Valmika, daß er von Dämoninnen überlistet war und wollte sie durch seinen Zauberspruch zu Asche brennen, um so wieder zu seiner geliebten Gemahlin zu gelangen.
Als er aber seinen Spruch sprach, dem sonst nichts auf Erden widerstand, blieb alles unversehrt, ja die drei machten es nur noch ärger, indem jede von ihnen ihn unter den zärtlichsten Liebkosungen aufs inständigste bat, nur sie allein als sein echtes Weib anzusehen.
Als nun Valmika sah, daß er seine Rishi-Macht verloren habe und durch die Verdreifachung seines Glückes um all sein Glück gekommen sei, begann er bitterlich zu weinen und betete in seiner Not zu Indra, ihm zu helfen.