Da man nun zu jemandem, dem man einmal eine Wohltat erwiesen hat, immer Zuneigung hat, so war Indra wohl bereit, ihm beizustehen. „Aber,“ sagte er, „es gibt hier nur eine Hilfe: Daß Du mit Deinem Spruch jene beiden zu Asche brennst, das kannst Du nur, wenn Du Deine Rishi-Kraft wiederbekommst. Da Du sie aber durch die Liebe verloren hast, so kann ich sie Dir nicht wiedergeben; denn die Liebe steht auch über mir, dem Gott. So gibt es nur eine Hilfe für Dich: daß Du Deiner Liebe völlig entsagst. Dann wirst Du Deine alte Kraft wieder bekommen und jene beiden Dämoninnen durch Deinen Spruch zu Asche brennen. Daß Du aber Deiner Liebe völlig und für immer entsagt hast, dafür gibt es nur ein Zeichen: nämlich daß Dein Spruch wieder wirkt.“
Als Gott Indra ihm diesen Bescheid gegeben, wurde Valmika wohlgemut. Er dachte: „Hab’ ich nur erst jene beiden Unholdinnen verascht, die Liebe zu meinem Weib soll dann schon wiederkommen.“
So ging er in eine leere Klause, setzte sich kreuzbeinig zur Erde, schlug das Auge nach innen, die Hände ineinander und versuchte, alle Liebesgedanken für sein Weib, die in seinem Herzen lebten, im Denken auszutreiben.
So saß er Stunde für Stunde, Tag für Tag, ohne daß ein Erfolg sich zeigte.
In seiner Not betete er wieder zu Indra.
Der ließ sich noch einmal erbitten, und da Götter die gleiche Kraft haben wie gute Menschen — denn sie sind ja vor Zeiten gute Menschen gewesen —: die Kraft, in den Herzen anderer die Gedanken zu lesen, so sprach er zu dem betrübten Valmika:
„Freund, Dein Entsagen ist ja gar kein Entsagen. Du entsagst, um danach mehr zu gewinnen. Soll Deine alte Kraft wiederkommen, so mußt Du wirklich ehrlich, für immer entsagen.“
Da meinte Valmika traurig:
„Erhabener, was soll mir dann noch meine Rishi-Kraft?“