Da sah Wijasingha, daß alles verloren war und kehrte voller Verzweiflung in seine Wohnung zurück. Was er vor einem Jahr mit Fassung und Vernunft getragen hatte, das machte ihn jetzt fassungslos und halb wahnwitzig.
Als er bei sich angekommen die leeren Räume betrat, überkam ihn solch ein Ekel vor der Zwecklosigkeit des Lebens, daß ihm war, als ob es ihn anröche. Und was er gestern aus wahrer Einsicht in die Natur des Lebens tun wollte, das entschloß er sich nun, aus Ekel am Leben zu tun: Alles aufzugeben und ins Kloster zu gehen.
Nach dem „Kloster zum allervorzüglichsten Gesetz“ zurückzukehren, schämte er sich. So beschloß er, nach Kelanya zu gehen, wo ein Verwandter von ihm schon seit Jahren als Mönch lebte.
Der Abt, der ihn kannte, nahm ihn gütig auf.
Als Wijasingha nun, nachdem er die Erlaubnis zum Eintritt erhalten hatte, meinte, er wolle zurückfahren, um zu Hause erst alles zu ordnen, erwiderte der Abt lächelnd, ob er nach seinem Tode denn auch nachsehen wolle, ob beim Leichenschmaus alles gut geordnet sei?
Daraufhin blieb Wijasingha dort, so wie er war, übersandte nur seinem Hausverwalter einige Anordnungen.
Nun hatte er freilich zu seinem eigenen Erstaunen die Liebe zu Lucia bald ganz überwunden, wie sich klar darin zeigte, daß er ihre bald darauf erfolgende Verheiratung mit dem jungen de Soysa ohne Kummer vernahm. Sein eigener Spruch war stets gewesen: „Der Mann ist nicht wert, Mann zu heißen, der an einer Weiberliebe zu Grunde geht.“ Trotzdem kam er nicht aus dem inneren Schwanken heraus. Er blieb in einem Zustand fruchtloser Nachdenklichkeit. Die Wahrheit der Buddhalehre leuchtete ihm ein, aber nicht die Notwendigkeit, die Welt zu lassen. So glich er einem Ochsen, der zwischen zwei Bündeln Gras langsam verhungert, weil er nicht weiß, bei welchem er anbeißen soll.
Etwa zwei Jahre quälte er sich in dieser Weise hin. Als er nun einmal durch einen halb-blödsinnigen Menschen, der die ganze Nacht vor der Tür des Viharas gesungen und gebetet hatte, am Schlaf behindert worden war, so war ihm das, weil eben gar kein innerer Halt in ihm war, Anlaß genug, das Kloster und den Mönchstand zu verlassen.
Draußen ergab er sich aber bald einem lockeren Lebenswandel, bei dem all sein Hab und Gut verloren ging.
Danach verdingte er sich wieder als Karrenführer; lebte aber nicht wie damals in heiterer Ruhe, sondern elend, weil er seinen ganzen Verdienst meist in Palmschnaps vertat. Er war eben auf abwärtsführende Fährte geraten, wie es wohl geschehen kann, so lange jemand im Begreifen nicht festen Halt gefunden hat.