„So schwere Lektüre“, meinte er.
Sie glaubt ein wenig Spott aus diesen Worten zu hören. Etwas abweisend erwiderte sie:
„Der Mensch ist nicht dazu da, um sich das Leben möglichst leicht zu machen.“
Er sah sie aufmerksam an. Einlenkend begann er wieder:
„Verstehen Sie mich nicht falsch, gnädige Frau. Ich verehre die Philosophie als das Höchste auf der Welt und schätze jeden hoch, der sie hochschätzt.“
Freudig blickte sie zu ihm auf. „Wirklich, lieben Sie die Philosophie?“
„Ich liebe sie, so lange ich denken kann. Ich könnte nicht leben ohne Philosophie. Philosophie repräsentiert mir den menschlichen Verstand in seiner edelsten, reinsten und dabei naturgemäßesten Form, naturgemäß, weil es Funktion des Verstandes ist, von außen nach innen, das heißt auf sich selbst zu, in sich selbst hinein zu gehen. Und das nennt man eben Philosophieren.“
„O, wie selten man diese Liebe findet!“
„Ja, wirklich, wie selten! Ich habe mit Lamondt oft darüber disputiert, aber er wollte nie etwas von Philosophie wissen.“