„Nicht doch, gnädige Frau! Was schmeichelhaft ist, muß nicht immer Schmeichelei sein. Ihre Worte enthalten tatsächlich die Quintessenz der epikuräischen Philosophie. Dieser seltene Mann machte es sich zur Lebensaufgabe, der Lust nachzustreben, aber dadurch, daß er sich von der Last aller unnötigen Bedürfnisse befreite. Der Lust wegen lebte er von Brot und Wasser. Und wenn er etwas Käse dazu tat, so nannte er das „Ein sich gütlich tun.“ Aber das war jene Lust, die mit der unsrigen nur im Namen zusammenfällt.“
„Um Gottes willen, Savade, sei still!“ fiel Lamondt mit komischem Entsetzen ein. „Wenn ich von jetzt ab Brot und Wasser bekomme und nur an Sonn- und Feiertagen etwas Käse dazu, so weißt Du, wer schuld ist.“
Alle lachten.
„Wie schmeckt Dir das?“ fragte Lamondt, auf die gebratenen Eierpflanzen zeigend, die so appetitlich aussahen und so prächtig dufteten.
„Vorzüglich! Es könnte den Appetit auf Fleisch benehmen.“
„Nicht wahr!“ fiel Frau Lamondt eifrig ein. „Das ist gerade das, was ich immer sage, und Lamondt glaubt es nicht.“
„Liebste Tutti, was habe ich davon, wenn es riecht wie Fleisch, aber kein Fleisch ist. Hast Du schon je von einem gehört, der sich vom Bratenduft genährt hat? Aber Du brauchst nicht zu denken, Freund, daß ich mich über unsere Küche beklage. Sie ist tatsächlich bekömmlich, und wir finden jederzeit Leute, die fähig sind, ihr vorzustehen.“
Nach den Eierpflanzen kam der Reis, locker und weiß, in hochgehäufter Schüssel. Dazu der Brotfrucht-Kurry. Den Nachtisch machten die Früchte: Bananen, Mangos und Mangustinen, jene köstlichste Tropenfrucht, die das Auge und den Gaumen in gleicher Weise entzückt.
„Das schmeckt wie parfümierter Schnee“, meinte Savade, während er sorgsam die schneeweiße Frucht aus ihrer purpurnen Schale nahm.
„Ja, es ist eine herrliche Frucht. Und doch geht mir ein ganz feiner Mango über die Mangostine.“