„Es geht nicht, Lamondt. Unser Schiff dampft um 4 Uhr früh ab. Wie soll ich da zum Hafen hinunter kommen.“

Es wurde abgemacht, daß Savade einen Punkt, der wegen der vorgerückten Stunde nicht mehr erörtert werden konnte, in einem Brief an Frau Lamondt auseinandersetzen sollte.

Lamondt meinte: „Daran tust Du recht, daß Du meiner Frau schreiben willst. Sie lebt so wie so zu einsam und kann mit der Gesellschaft hier nicht recht fertig werden.“

„Das glaube ich“ antwortete Savade.

Frau Lamondt hörte den eigenen Nachdruck, der auf den Worten lag. Sie errötete vor Freude und Stolz. „Er versteht mich“ dachte sie. „Endlich einer.“

Man verabschiedete sich mit vieler Herzlichkeit, und Savade schritt schnell dem Garten-Ausgang zu, welcher auf der der Veranda gegenüber liegenden Seite des Hauses sich befand.

Er war kaum ein Weilchen fort, als er plötzlich vor der Veranda wieder auftauchte. Lebhaft rief er hinauf:

„Ich habe ja ganz vergessen, Euch zu sagen, daß Ihr, wenn Ihr nach Europa fahrt, ja nicht vergeßt, mich in meinem Winkel zu besuchen.“

Auf der ganzen Nachhause-Fahrt hatte er ein eigenartiges Bild vor Augen. In dem Moment, als er vor die Veranda getreten war, hatten beide Lamondt’s schweigend dagesessen, die Frau mit ihren Fingern das Glas umspannend, in dem seine simplen Blumen standen. Dabei hatte sie das Gesicht etwas tief darüber gebeugt gehalten, gleichsam, als ob sie daran röche.