So nahm er jetzt seine Matte und sein Trinkgefäß und folgte dem Gelben nach.
Der schritt fürbaß, ohne den Kopf zu heben, die Tempelstraße entlang, am Abhayágivi-Dagoba vorbei dem Tissawēwa zu.
Als sie nun auf dem hohen Damme entlang gingen, über den der Sturm hinwegsauste, — es war gerade die Zeit des Monsun — da sah der Knabe mit Staunen, wie der See weiß am Ufer schäumte. Gespenstern glichen die grauen Stümpfe abgestorbener Bäume, die halb im Wasser ertrunken dastanden und ihre toten Äste in die Luft streckten. Jetzt wandte er den Kopf und sah hinter sich, weit, am anderen Ufer Ruanweli hochragen wie ein Gebirge, in seinem marmorweißen Mantel glänzend wie Silber.
„Wie weit bin ich fort von Hause“ dachte er. Er war noch nie hier gewesen; denn die Kinder vornehmer Brahmanen verlassen selten das Haus, weil sie Unreinheit fürchten.
Ihm wurde schwer und ängstlich zu Mut. Er dachte: „Ich will warten, bis jener da wieder vor einer Hütte stehen bleibt und um Almosen bittet; — denn im Hause seines Vaters hatte er nichts bekommen — dann will ich um Erlaubnis bitten, zurückkehren zu dürfen, ich fürchte mich.“ Dabei sah er auf den Mönch, der vor ihm schritt, schweigend, das Haupt gesenkt, das gelbe Gewand gebläht im Winde wie eine Glocke.
Der aber dachte bei sich: „Die Sonne hat ihren höchsten Punkt bereits überschritten; die schickliche Zeit zum Essen für heute ist vorbei. So ist es besser, ich warte bis morgen.“
So gingen sie an den letzten Hütten vorüber, ohne daß jener still hielt, und der Knabe trottete hilflos hinter ihm drein, immer in der Hoffnung, daß jener stille stehen oder sich wenden würde.
Und wie schrecklich war erst der Wald, in den sie jetzt traten. Vom Sturm draußen gab es hier nichts. Regungslos alles, wie gelähmt von etwas furchtbarem, bei dem das Herz fragt: „Was mag es nur sein?“ und aus dem Ausbleiben jeder Antwort neue Schrecken saugt.
Die Augen schmerzten ihn, wenn er auf die Straße sah, die weiß, blendend, scheinbar endlos sich vor ihm dehnte und über der die Luft flimmerte. Seitwärts am Wege aber standen diese mächtigen Termitenhaufen, und mit ängstlicher Scheu sah er große, häßliche Eidechsen auf ihnen, die den Kopf erhoben, das Maul geöffnet, regungslos dasaßen, wie bezaubert von dieser grimmigen Sonne. „Gewiß, es sind böse Geister“ dachte der Knabe und blickte starr vor sich.
So mochten sie wohl zwei Stunden gewandert sein, da kamen sie an die ersten Häuser eines anderen Ortes. Hinter dem erhob ein zweigipfeliger Fels sich hoch in die Luft. Beide Gipfel aber waren gekrönt mit einem Dagoba.