Anscheinend von hier aus wurden auch die Eingeborenen aufgereizt. In der Nacht vom 29. zum 30. Juli 1915 wurde bei Kisidju eine Dhau mit derartigen Flugblättern gefangen.

Die Ereignisse bei Daressalam, wo am 22. Oktober 1914 der Kommandant eines englischen Kreuzers sich durch keinerlei Abkommen für gebunden erklärte, sind bereits besprochen.

Ein für Zwecke der Ausstellung vor Kriegsbeginn in Daressalam eingetroffenes Flugzeug wurde bei Ausbruch der Feindseligkeiten in den Dienst der Truppe gestellt, am 15. November aber bei Daressalam durch einen Unglücksfall zerstört. Oberleutnant Henneberger fand hierbei den Tod.

Bei Tanga war es nach den großen Gefechten vom November 1914 ruhig gewesen. Am 13. März 1915 war ein Schiff auf einem Riff festgekommen, bei Springflut aber wieder frei geworden. Mit der Bergung von 200 Tonnen Kohlen, die das Schiff über Bord geworfen hatte, wurde sofort begonnen.

Mehrere Reihen selbst konstruierter Minen, mit Zündung von Land aus, haben sich nicht bewährt, und es stellte sich später heraus, daß sie unbrauchbar geworden waren.

Beschießungen der Küstenplätze fanden dauernd statt.

Am 20. März beschoß ein Kriegsschiff Lindi, als seine Forderung, die dortigen Truppen sollten sich ergeben, abgelehnt wurde. Ebenso wurde am 1. April 1915 die Gegend südlich Pangani beschossen, ferner am 12. April die Insel Kwale, in der Nacht vom 23. zum 24. April das Rufidjidelta.

Am 15. August 1915 erschienen vor Tanga „Hyazinth“ und 4 Wachtboote. Unsere zwei 6 cm-Geschütze wurden schnell von ihrem Ruhelager Gombezi nach Tanga transportiert und griffen gemeinsam mit einem leichten Geschütz aus Tanga am 19. August wirksam ein, als „Hyazinth“, 2 Kanonenboote und 6 Walfischfänger erneut erschienen, den Dampfer „Markgraf“ zerstörten und Tanga beschossen. Ein Kanonenboot erhielt 2 Treffer, die Walfischfänger, von denen der eine mit Schlagseite abfuhr, vier Treffer.

Im Ssonjogebiet, zwischen Kilimandjaro und Viktoriasee, hatten sich im Laufe der Monate mehrfach feindliche Patrouillen gezeigt, und die Eingeborenen schienen aufsässig werden zu wollen. Feldwebel Bast, der mit einer Patrouille dorthin entsandt wurde, fiel infolge Verrats der Ssonjoleute am 17. November 1914 in einen Hinterhalt und fand hierbei mit 5 Askari den Tod. Durch eine Strafexpedition des zur Truppe eingezogenen Bezirksamtmannes von Aruscha, Leutnants d. R. Kaempfe, wurden die Ssonjoleute wieder zur Ordnung gebracht.

Erst im Juli 1915 kam es in dieser Gegend wieder zu Patrouillengefechten; bei einem derselben fielen 22 feindliche bewaffnete Eingeborene. Ende September und Anfang Oktober 1915 machte dann die Patrouille des Oberleutnants Büchsel einen mehrwöchigen Ritt durch Ssonjo in das englische Gebiet, ohne auf den Feind zu stoßen, da ein englischer Posten, der offenbar gewarnt worden war, ausgewichen war.