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GRÖSSERES BILD
Im Juni 1915 sollen in der Gegend des Kiwusees über 2000 belgische Askari mit 9 Geschützen und 500 englische Askari zusammengezogen gewesen sein; die Reise des belgischen Oberbefehlshabers Tombeur zum Kiwu spricht für die Wahrscheinlichkeit dieser Nachricht. Am 21. Juni wurde ein Angriff von 900 Belgiern mit 2 Maschinengewehren und 2 Geschützen auf Kissenji abgeschlagen. In einem Nachtangriff von 400 Belgiern am 5. Juli auf Kissenji hatte der Feind starke Verluste. Am 3. August wurde Kissenji wirkungslos mit Geschützen und Maschinengewehren beschossen. Infolge der drückenden feindlichen Übermacht wurde die 26. Feldkompagnie von Muansa nach Kissenji verlegt.
Unmittelbar nach Eintreffen der 26. Kompagnie bei Kissenji am 31. August schlug Hauptmann Wintgens die belgischen Vorposten, von denen 10 Askari fielen. Am 2. September nahm er eine von 150 Askari mit 3 Geschützen und einem Maschinengewehr besetzte Stellung im Sturm. Im Laufe der folgenden Wochen fanden täglich kleinere Zusammenstöße statt. Am 3. Oktober wurde der Angriff von 250 Askari mit einem Maschinengewehr bei Kissenji abgeschlagen, wobei 14 Mann Verluste beim Feinde beobachtet wurden. Es wurde dann, vielleicht infolge des Gefechtes bei Luwungi am 27. September, der Abmarsch stärkerer feindlicher Truppen nach Süden festgestellt.
Am 22. Oktober wurde wieder ein belgischer Vorposten von 300 Askari mit 2 Geschützen und 2 Maschinengewehren überrumpelt, wobei der Feind 10 Askari an Toten verlor. Am 26. November warfen die Abteilung Ruanda und ein Zug der von Bukoba eingetroffenen 7. Kompagnie, im ganzen 320 Gewehre, 4 Maschinengewehre und ein 3,7 cm-Geschütz den 200 Mann starken Feind aus einer befestigten Stellung, wobei er 2 Europäer und 70 Askari an Toten, 5 Askari an Gefangenen und viele Verwundete verlor. Bei uns fielen ein Europäer und 3 Askari, verwundet wurden 4 Europäer, 5 Askari, ein Hilfskrieger. Am 21. Dezember griff der Feind mit 1000 Askari, 2 Maschinengewehren, 8 Geschützen, darunter 4 modernen 7 cm-Haubitzen erneut Kissenji an. Er ließ 21 gefallene Askari liegen, 6 wurden verwundet gefangengenommen, zahlreiche Verwundete abtransportiert. Unsere 350 Gewehre, 4 Maschinengewehre, 2 Geschütze starke Truppe verlor 3 Askari an Toten, einen Europäer und einen Askari als Schwerverwundete.
Am 12. Januar 1916 überfiel Hauptmann Wintgens nördlich Kissenji eine belgische Kolonne, wobei 11 belgische Askari fielen. Am 27. Januar wies Hauptmann Klinghardt mit 3 Kompagnien einen Angriff von 2000 belgischen Askari mit Handgranaten und 12 Geschützen gegen die Kissenjistellung mit schweren Verlusten für den Feind ab.
Auch das Gebiet des Russissi war reich an Zusammenstößen. Am 10. und 13. Oktober hatten bei Changugu, am 21. und 22. Oktober bei Chiwietoke, am 24. Oktober bei Kadjagga erfolgreiche kleine Gefechte zwischen deutschen Patrouillen mit Kongotruppen stattgefunden.
Am 12. Januar 1915 griff Hauptmann Schimmer ein belgisches Lager bei Luwungi an, der beabsichtigte Überfall glückte aber nicht. Hauptmann Schimmer und 3 Askari fielen, 5 wurden verwundet.
Am 16., 17. und 20. März 1915 fanden dann kleinere Patrouillengefechte statt, und am 20. Mai wurde ein belgischer Posten überfallen. So gab es dauernd kleine Zusammenstöße, auch während des Juni und Juli. Im August schien der Feind seine Kräfte dort zu verstärken. Den Befehl am Russissi erhielt jetzt Hauptmann Schulz; unsere dort befindlichen Streitkräfte bestanden nunmehr aus 4 Feldkompagnien, einem Teil der Besatzung der „Möwe“ und der etwa kompagniestarken Abteilung Urundi. Ferner befanden sich 2 leichte Geschütze dort. Am 27. September wurden bei einem Angriff des Hauptmanns Schulz auf Luwungi 4 Europäer, 54 Askari als tot festgestellt, außerdem 71 Askari als getroffen gezählt. Die Verluste beliefen sich also, auch im Einklange mit späteren Eingeborenenaussagen, auf etwa 200. Bei uns fielen 4 Europäer, 20 Askari; 9 Europäer, 34 Askari wurden verwundet.
Bei den Gelände- und Stärkeverhältnissen am Russissi kam es dort nicht zu dem von uns angestrebten Waffenerfolge. Es blieben dort deshalb nur die Abteilung Urundi und eine Feldkompagnie; 2 Kompagnien rückten am 18. und 19. Dezember 1915 zu Hauptmann Wintgens nach Ruanda, 3 zur Mittellandbahn ab.
Am 19. Oktober hatte der Feind bei einem Zusammenstoß mit der 14. Reservekompagnie trotz doppelter Überlegenheit 20 Askari verloren; bei uns fielen 3 Askari, 12 wurden verwundet. Trotz des nahen, nach glaubwürdigen Eingeborenenaussagen 2000 Askari starken belgischen Hauptlagers war es angängig, unsere Truppen am Russissi zugunsten anderer Stellen zu vermindern, da beiderseits die Bedingung für eine Offensive nicht günstig zu sein schien. Am Russissi blieb Major von Langenn mit der Abteilung Urundi und der 14. Reservekompagnie.