An der Grenze kam es im Mai 1915 zu einigen für uns günstigen Überfällen. Die Regenzeit verzögerte sich, so daß der südliche Teil des Bezirkes Langenburg bis Ende Juni gegen einen Angriff als geschützt gelten konnte.
Im Juni 1915, als Major von Langenn mit seinen Verstärkungen eingetroffen war, kam es entgegen der Erwartung zu keinen größeren Gefechten. Die Zeit wurde benutzt, um auf englischem Gebiet einen Telegraphen ab- und auf deutschem Gebiet in Richtung auf Ubena wieder aufzubauen. Auch im August bewahrheitete sich die Nachricht von einem geplanten feindlichen Angriff nicht. Am 8. Oktober erst trafen stärkere feindliche Truppen, Europäer und Askari, in Fife ein. Auch an dieser Grenze kam es zu zahlreichen kleinen Scharmützeln. Gegen Ende des Jahres wurde das Eintreffen neuer Verstärkungen auch bei Ikawa festgestellt. Hauptmann Aumann wies am 23. Dezember 1915 dort den Überfall einer feindlichen Abteilung von etwa 60 Europäern und zwei Maschinengewehren ab.
Am Njassasee kam es nur zu unbedeutenden Zusammenstößen. Am 30. Mai landeten die Engländer bei Sphinx-Hafen 30 Europäer, 200 Askari mit zwei Geschützen und zwei Maschinengewehren. Sie erlitten durch unsere 13 Gewehre und ein Maschinengewehr anscheinend über 20 Mann Verluste und fuhren nach Zerstörung des Wracks des „Hermann von Wißmann“ ab.
Askarikopf
Zweites Buch
Der konzentrische Angriff der Übermacht
(Vom Eintreffen der südafrikanischen Truppen bis zum Verlust der Kolonie)
Safari
Erster Abschnitt
Feindlicher Vorstoß am Oldoroboberge[4]
Östlich des Oldorobo zeigte der Feind nun mehrfach stärkere Truppenmassen von 1000 und mehr Mann, die sich auf weiter Entfernung gegen den Berg entwickelten, aber nicht herankamen. Es waren also Übungen, durch welche die jungen südafrikanischen Europäertruppen für die Bewegungen und den Kampf im Pori ausgebildet werden sollten. Anfang Februar ging der Feind mit mehreren Regimentern von Osten her gegen den Oldorobo vor. Für uns war es erwünscht, wenn er dort so fest anbiß, daß er nicht wieder fortkommen konnte; es bestand die Hoffnung, ihn dann durch einen Gegenangriff mit der bei Taveta lagernden Abteilung des Hauptmann Schulz zu schlagen. Andere, mehrere Kompagnien starke deutsche Abteilungen standen westlich von Taveta an der Straße nach Neu-Moschi und an der nach Kahe, bei der Pflanzung Neu-Steglitz.