Jetzt arbeitete ich freier, besser.
Aber meine Einsamkeit quälte mich. Ich sah in dieser Gegend zwar junge Frauen und Mädchen mit ruhigem Blick, echte Tahitianerinnen, und einige darunter hätten vielleicht gern das Leben mit mir geteilt. – Aber ich wagte nicht sie anzureden. Sie schüchterten mich wirklich ein mit ihrem sicheren Blick, der Würde ihrer Haltung und den stolzen Gebärden.
Dennoch wollen alle „genommen“, buchstäblich brutal genommen sein (maü, ergreifen), ohne ein Wort. Alle haben den geheimen Wunsch nach Vergewaltigung: weil durch diesen Akt männlicher Autorität der Weibwille seine volle Unverantwortlichkeit behält – denn so hat es ja nicht seine Einwilligung zum Beginn einer dauernden Liebe gegeben. Möglich, daß dieser erst so empörenden Gewalt ein tiefer Sinn zugrunde liegt, möglich auch, daß sie ihren wilden Reiz hat. Ich dachte wohl daran, aber ich wagte es nicht.
Und dann hielt man mehrere von ihnen für krank, von jener Krankheit befallen, die den Wilden als erste Stufe des Kulturlebens von den Europäern gebracht wird ...
Und wenn die Alten, auf eine von ihnen weisend, zu mir sagten:
– Maü téra (nimm diese), hatte ich weder die notwendige Kühnheit noch Vertrauen. Ich ließ Titi sagen, daß ich sie mit Vergnügen wieder aufnehmen wolle.
Sie kam sogleich.
Der Versuch mißglückte, und an der Langeweile, die ich in der Gesellschaft dieser an den banalen Luxus der Beamten gewöhnten Frau empfand, konnte ich ermessen, welche Fortschritte ich bereits in dem schönen Leben der Wilden gemacht hatte.
Nach Verlauf einiger Wochen schieden Titi und ich für immer voneinander.
Ich war wieder allein.