Noch jetzt, nach so langer Zeit, erinnere ich mich gern der wahren, echten Gefühle, die ich in dieser wahren, echten Natur erweckte.

Abends, wenn ich von meiner Arbeit ausruhte, plauderten wir miteinander. Als neugieriger junger Wilder fragte er mich nach europäischem Leben, besonders nach Liebessachen, und mehr als einmal brachten seine Fragen mich in Verlegenheit.

Aber seine Antworten waren noch naiver als seine Fragen.

Eines Tages gab ich ihm meine Werkzeuge und ein Stück Holz, ich wollte, daß er den Versuch machte zu schnitzen. Verwirrt und schweigend schaute er mich erst an, dann gab er mir Holz und Werkzeug wieder zurück und sagte schlicht und treuherzig, ich sei nicht wie die andern, ich verstände Dinge, zu denen andere Menschen unfähig wären, und sei andern nützlich.

Ich glaube, Jotéfa ist der erste Mensch, der mir das gesagt hat – es war die Sprache des Wilden oder des Kindes, denn man muß eins von beiden sein, nicht wahr, um zu glauben, daß ein Künstler – ein nützlicher Mensch sei.

* * *

Einmal brauchte ich Rosenholz zu meiner Schnitzerei. Ich wollte einen festen starken Stamm und fragte Jotéfa um Rat.

– Man muß in die Berge gehen, sagte er. Ich weiß an einer bestimmten Stelle mehrere schöne Bäume. Wenn du willst, führe ich dich hin. Wir fällen einen Baum, der dir zusagt, und tragen ihn zusammen her.

Zeitig am Morgen brachen wir auf. Die Fußsteige auf Tahiti sind ziemlich beschwerlich für einen Europäer, und das Gehen im Gebirge erfordert, selbst für die Eingeborenen, eine Kraftanstrengung, zu der sie sich nicht unnötig entschließen.

Zwischen zwei Bergen, zwei steilen Basaltwänden, die nicht zu erklimmen sind, gähnt ein Spalt, in dem das Wasser sich zwischen Felsblöcken hindurchwindet, die sich von der Seitenwand gelöst haben, um einer Quelle den Weg zu bahnen. Die zum Bach angewachsene Quelle hat an ihnen gerüttelt und gerückt und sie schließlich etwas weiter fortgedrängt, bis der Bach, zum Strom angeschwollen, sie mitgerissen und bis zum Meer getragen. An jeder Seite dieses Baches führt, oft von wahren Kaskaden unterbrochen, eine Art von Weg durch ein buntes Gemisch von Bäumen, Brotbäumen, Eisenbäumen, Bouraos, Kokosnußbäumen, Hibiscus, Pandanus, Guavabäumen und Riesenfarnen, eine tolle Vegetation, die immer wilder und dichter und schließlich zu einem immer undurchdringlicheren Dickicht wird, je weiter man zum Mittelpunkt der Insel vordringt.