Aber der Weg war zu Ende, mein Gefährte wandte sich, um den Bach zu durchschreiten, und kehrte sich mir bei der Bewegung zu: der Androgyne war verschwunden. Es war ein wirklicher Jüngling, der vor mir schritt, und seine ruhigen Augen hatten die feuchte Klarheit des Wassers.

Sogleich kam wieder der Friede über mich.

Wir rasteten einen Augenblick, und ich empfand einen unendlichen, eher geistigen als sinnlichen Genuß, als ich in das frische Wasser tauchte.

– Toë, toë (es ist kalt), sagte Jotéfa.

– O nein! erwiderte ich. Und dieser Ausruf, der zu dem Beschluß des Kampfes paßte, den ich im Geiste eben gegen eine ganze verderbte Zivilisation bestanden hatte, weckte ein lautes Echo im Walde. Und ich sagte mir, daß die Natur mich hatte kämpfen sehen, daß sie mich hörte und mich verstand, denn jetzt antwortete sie auf meinen Siegesruf mit ihrer klaren Stimme, daß sie nach dieser Prüfung willig sei, mich in die Reihe ihrer Kinder aufzunehmen.

Wir setzten unseren Weg fort, und ich drang mit leidenschaftlichem Eifer immer tiefer in das Dickicht, als könnte ich dadurch bis ans Herz dieser gewaltigen, mütterlichen Natur vordringen und mich mit ihren lebenden Elementen vereinen.

Mit ruhigem Blick ging mein Gefährte immer gleichen Schritts vor mir her. Er war ohne Argwohn, ich trug die Last meines bösen Gewissens allein.

Wir langten an unserm Ziel an.

Die steilen Wände des Berges waren allmählich flacher geworden, und hinter einem dichten Vorhang von Bäumen dehnte sich, wohl versteckt, eine Art Plateau aus. Aber Jotéfa kannte die Stelle und leitete mich mit erstaunlicher Sicherheit hin.