Mir schlug das Herz, während das Mädchen gelassen am Boden vor mir die Speisen auf einem großen Bananenbrett für mich anrichtete. Ich aß mit gutem Appetit, aber ich war zerstreut und tief erregt. Dieses Kind von etwa dreizehn Jahren (achtzehn bis zwanzig in Europa) entzückte mich, schüchterte mich ein und erschreckte mich fast. Was mochte in dieser Seele vorgehen? Und ich, der so alt war im Vergleich zu ihr, ich zögerte einen Augenblick, den so eilig abgeschlossenen Vertrag zu unterzeichnen, bei dem doch alle Vorteile auf meiner Seite waren!

Vielleicht – dachte ich – gehorchte sie einem Befehl der Mutter. Vielleicht ist es ein Handel, den sie unter sich ausgemacht haben ...

Ich beruhigte mich, als ich in den Zügen des jungen Mädchens, in seinem Gebaren und seiner Haltung die Zeichen wahrer Unabhängigkeit und eines Stolzes erkannte, die so charakteristisch für seine Rasse sind. Und mein Vertrauen ward vollkommen und unerschütterlich, als ich nach eingehender Forschung deutlich jenen Ausdruck von Heiterkeit bei ihr wahrnahm, der bei jungen Wesen immer eine ehrenhafte, löbliche Handlung begleitet. – Allein der spöttische Zug um ihren hübschen, weichen, sinnlichen Mund war mir eine Gewähr dafür, daß die Gefahren des Abenteuers nur für mich bestanden, nicht für sie ...

Ich leugne nicht, daß mir in einer seltsam bedrückenden Angst ganz beklommen zumute war, als ich die Schwelle der Hütte überschritt.

Die Stunde der Abreise war gekommen. Ich stieg zu Pferde.

Das Mädchen folgte mir, von der Mutter, einem Mann und zwei jungen Frauen – seinen Tanten, wie es sagte – begleitet.

Wir kehrten nach Taravao zurück, das neun Kilometer von Faone entfernt ist.

Nach dem ersten Kilometer hieß es:

– Parahi téié (hier mache Halt).

Ich stieg vom Pferde, und wir traten alle sechs in eine große, sauber gehaltene, beinahe reiche, mit hübschen Matten ausgestattete Hütte.