Ich erkundigte mich darnach.
Ehemals, sagte man mir, als die Missionare gegen die Fleischeslust eiferten, zeichneten sie „gewisse Frauen“ mit dem Stempel der Ehrlosigkeit, dem „Höllensiegel“ – dessen sie sich schämten, aber nicht etwa wegen der begangenen Sünden, sondern wegen der Lächerlichkeit und der Schande einer solchen „Auszeichnung“.
An jenem Tage verstand ich besser denn je das Mißtrauen der Maories den Europäern gegenüber, ein Mißtrauen, das heute noch besteht, so milde es sich bei der großmütigen und gastfreundlichen Natur der australischen Seele auch zeigen mag.
Wieviele Jahre lagen zwischen der von dem Priester gezeichneten Greisin und dem von dem Priester verheirateten jungen Mädchen: Das Zeichen bleibt unauslöschlich und zeugt von dem Niedergang der Rasse, die sich ihm unterwarf, und von der Niedrigkeit jener, die es ihr aufzwang.
Fünf Monate später brachte die junge Frau ein wohlgebildetes Kind zur Welt.
Entrüstet forderten die Eltern eine Scheidung. Der junge Mann widersetzte sich:
– Was tut es, da wir uns lieben, sagte er. Ist es bei uns nicht Brauch, fremde Kinder anzunehmen? Ich nehme dieses an.
Warum aber hatte der Bischof sich so sehr bemüht, die Trauung zu beschleunigen? Es wurde viel besprochen. Böse Zungen behaupteten, daß ...
Selbst auf Tahiti gibt es böse Zungen.
* * *