Das beständige Beispiel und die häufige Wiederkehr des Todes war schließlich eine erhabene und belebende Lehre. Die Krieger lernten Schmerzen gering schätzen, und die ganze Nation fand eine wohltätige intensive Erregung dabei, die sie vor der tropischen Erschlaffung und entnervender Mattigkeit bei dem fortdauernden Nichtstun bewahrte. Es ist eine historische Tatsache, daß der Niedergang der Maories mit dem gesetzlichen Verbot der Opfer begann, und daß sie von da an allmählich jede moralische Kraft und physische Fruchtbarkeit verloren. Sollte dies auch nicht die Ursache davon sein, so gibt das Zusammentreffen doch zu denken.

Und vielleicht haben die Aréoïs die tiefe Bedeutung und symbolische Notwendigkeit des Opfers verstanden ... Die Prostitution war ihnen eine heilige Pflicht. Bei uns hat sich das geändert. Auch hat sie auf Tahiti keineswegs aufgehört, seit wir es mit den Wohltaten unserer Zivilisation überhäuft haben: sie blüht fort. Aber sie ist weder Pflicht noch geheiligt, sondern nur ohne Größe und entschuldbar.

Die geistliche Würde ging vom Vater auf den Sohn über, dessen Einweihung schon im Kindesalter begann.

Die Gesellschaft war ursprünglich in zwölf Logen geteilt, deren Großmeister die zwölf obersten Aréoïs waren. Dann kamen die Würdenträger zweiten Ranges und endlich die Lehrjünger. Die verschiedenen Grade unterschieden sich durch besondere Tätowierungen auf den Armen, an den Seiten, den Schultern, Beinen und Knöcheln.

* * *

Der Matamua der Aréoïs, eine maorische Szene bei der feierlichen Einsetzung eines Königs in alter Zeit:

Der neue Herrscher verläßt, in prächtige Gewänder gekleidet und von den Vornehmsten der Inseln umgeben, seinen Palast. Vor ihm schreiten die Großmeister der Aréoïs mit seltenen Federn im Haar.

Er begibt sich mit seinem Gefolge zum Maraë.

Als die Priester, die ihn an der Schwelle erwarten, seiner ansichtig werden, verkünden sie unter lautem Trompetenschall und Trommelschlag, daß die Zeremonie beginnt.

Dann beim Eintritt in den Tempel mit dem König legen sie ein Menschenopfer, einen Leichnam, vor das Bild des Gottes.