Der König spricht und singt mit den Priestern vereint Gebete, worauf der Priester das Opfer beider Augen beraubt. Er bietet das rechte Auge dem Gotte dar und das linke dem König; dieser öffnet den Mund, wie um das blutige Auge zu verschlingen, aber der Priester zieht es zurück und legt es wieder zu dem Körper[6].
Nun wird die Statue des Gottes auf eine geschnitzte, von Priestern getragene Bahre gestellt. Auf den Schultern der beiden Oberpriester sitzend, folgt der König dem Götzenbild, von den Aréoïs wie zu einer Abreise begleitet, bis zum Ufer des Meeres. Auf dem ganzen Wege fahren die Priester fort die Trompete zu blasen, die Trommel zu schlagen.
Die Menge geht ehrfurchtsvoll und still hinterher.
An der Bucht wiegt sich die heilige, zu dieser Feier mit grünen Zweigen und Blumen geschmückte Piroge. Zuerst wird das Götzenbild darin untergebracht, dann der König seiner Gewänder entledigt, und die Priester geleiten ihn in das Meer, wo die Atuas-Mao (Götter-Haie) ihn in den Fluten waschen und liebkosen.
So zum andernmal vom Kuß des Meeres im Beisein des Gottes geweiht, wie zuvor das erstemal in dessen Tempel, besteigt der König die heilige Piroge, wo der Oberpriester ihn mit dem maro oüroü umgürtet und um sein Haupt das taoü mata, die Binden der Herrschaft, windet.
Vorn im Boot stehend zeigt der König sich nun dem Volk.
Und dieses bricht bei dem Anblick endlich das lange Schweigen, und überall ertönt der feierliche Ruf:
– Maëva Arii (Es lebe der König)!
Nachdem der erste laute Jubel sich gelegt hat, wird der König auf das heilige Lager gebettet, wo eben das Götzenbild geruht, und alle kehren auf demselben Wege, fast in derselben Reihenfolge wie vorher, zum Maraë zurück.
Wieder tragen die Priester das Götzenbild und die Oberpriester den König, und der Zug wird abermals mit Musik und Tanz eröffnet.