Nach Fischen spähend, schwebte eine Wolke von Seevögeln über dem Loch. Sobald einer an der Oberfläche erscheint, stoßen die Vögel mit unglaublicher Geschwindigkeit darauf herab und steigen mit einem Bissen im Schnabel wieder in die Höhe.

So herrscht im Meer und in der Luft, selbst in unseren Pirogen nur der Gedanke an Blut und Mord.

Als ich meine Gefährten fragte, warum sie nicht eine lange Angelschnur in das Thunloch hinunterließen, erwiderten sie, daß es unmöglich sei, es wäre ein geheiligter Ort:

– Der Gott des Meeres wohne da.

Ich vermutete eine Sage dahinter und ließ sie mir erzählen.

* * *

„Roüa Hatou, eine Art tahitischer Neptun, schlief auf dem Meeresgrund an dieser Stelle.

Ein Maorie war einst so tollkühn dort zu fischen, und da sein Angelhaken sich in den Haaren des Gottes verfing, erwachte dieser.

Zornig stieg er an die Oberfläche, um zu sehen, wer die Kühnheit gehabt, seine Ruhe zu stören, und als er sah, daß der Schuldige ein Mensch war, beschloß er die ganze Menschenrasse zu vertilgen, um die Ruchlosigkeit des einen zu sühnen.

Der Strafe entging jedoch – durch unerklärliche Nachsicht – gerade der Missetäter selber.