Hierauf wird mir eine Entgegnung leicht. Und so lenkt er ein wenig ein:

Wahr ist von Christus nur, daß er ein Mensch wie wir gewesen ist. Er wollte seinen Mitmenschen helfen, und er bildete seine Lehrsätze so, wie es die damalige Zeit brauchte, er kleidete sie in ein religiöses Gewand. Heute ist die Religion nur noch zur Einschüchterung, zur Niederhaltung des großen Lümmels „Volk“ da...... Warum befolgen denn die Großen nicht die Lehren des Christus? Warum helfen sie nicht, stellen die Nöte nicht ab, bringen nicht Opfer? Wenn sie Religion haben, und Religion Wahrheit ist, so müssen sie es doch durch die That beweisen, erst einmal praktisches Christentum treiben; dann könnten wir eher glauben......

Er forderte den Beweis der glaubensstarken, lebendigen christlichen Persönlichkeit, eben das, was allein von der Wahrheit unsers Glaubens wirklich überzeugt.

Gewiß, gab ich zurück, Sie haben in manchem, wenn auch nicht in allem Recht. Ich hasse die Brut auch, die so heuchelt, das Heiligste ausbeutet und dadurch in den Schmutz zieht. Aber fällt durch solche Lumpen die Wahrheit des Christenglaubens gleich mit dahin? Ist es mit der Schlosserei nichts, weil manche Schlosser nur Pfuscher in ihrem Handwerke sind? Und ich habe die letzten Jahre mit guten und edeln Christen zusammengelebt, die sich Mühe gaben, ihrem Glauben auch im Leben Ehre zu machen. Die sind mir ein Beweis für die Wahrheit des Christentums.

Von denen sind Sie eben hypnotisiert. Lebt man lange mit einem Menschen zusammen, so hypnotisiert der einen.

Dann sind Sie von Männern der entgegengesetzten Ansicht hypnotisiert. Dann giebt es überhaupt keine eigne, männliche, selbsterrungene Ansicht. Dann ist alles Lug und Trug. Dann beruht erst recht alles auf Glauben.

Dazu schweigt er. So fahre ich fort:

Und es ist auch so, im letzten Grunde beruht wirklich alles auf Glauben. Dort der Baum. Woher wissen Sie, daß das ein Baum ist? Man hat es Ihnen von Kindheit an gelehrt, und Sie haben es geglaubt und meinen nun, es zu wissen.

Das mag wohl sein, gesteht er zu, giebt jedoch zugleich der Sache geschickt eine andre Wendung: Aber von der Existenz dieses Baumes kann ich mich doch überzeugen, von der Existenz eines Gottes nicht.