Das kann nicht sein, ist die aufrichtig ernste Antwort. Es muß alles wahr sein, was drin steht. Sonst hätten sie es ja längst verboten.
Der Mann dachte offenbar an das Sozialistengesetz, das alle sozialdemokratischen Schriften, die auf Entstellung beruhten, unterdrückte. Man sieht, das Sozialistengesetz zeitigt die vielseitigsten Früchte.
Der Monteur kommt dann auf Luther zurück und sein Verhalten in den Bauernkriegen:
Erst hetzte er die Bauern auf, nachher schnauzte er über sie. Und wie hat er den Fürsten geholfen, wie sie unterstützt, wie ihnen geschmeichelt und sich vor ihnen gedemütigt! Und das ist auch sein Werk, daß er erst die Kirche so fest und stark gemacht hat, daß wir sie nun nie wieder los werden.
Auch der Dreher giebt seine Meinung ab:
Ja, das muß man Luther lassen, ein gescheiter Mensch war er. Aber das fiel nur deshalb so auf, weil damals das ganze Volk so verdummt war. Jetzt wäre Luther nichts besondres mehr. Jetzt machen wirs alle so wie er mit der Kirche und dem religiösen Humbug. Ich wenigstens kümmere mich nicht mehr um das Zeug und gehe um jede Kirche weit herum.
Auch von Christus ist im weitern Verlaufe die Rede.
Er war der erste Sozialist und ist für seine Ansichten gestorben, ist die einstimmige Ansicht.
Aber Jesus hat sich doch ausdrücklich nicht um die privaten Verhältnisse, um das Vermögen der Leute und die Welthändel gekümmert, wagte ich einzuwenden. Er hat zunächst die Menschen nur fromm und gut machen wollen.
Nein, meinte der Monteur, das ist nicht wahr. Das hat Christus nicht bloß gewollt. Das ist erst eine Verdrehung der Geistlichkeit. Aber das mag sein; die Religion ist ja für frühere Zeiten, wo die Menschen noch nicht so weit waren, ganz gut und dienlich, ja nötig gewesen. Aber jetzt ist sie das nicht mehr. Jetzt haben wir Gesetze. Wer nach denen lebt, ist ein achtbarer Mensch, wer nicht, ein Lump.